Malediven verschieben Margensteuer

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Eine Frau treibt entspannt auf dem Rücken im ruhigen Wasser, während im linken Bildbereich die Logos von Le Méridien, St. Regis und The Westin zu sehen sind.

Die geplante Margensteuer auf den Malediven sorgt für Wirbel in der Reisebranche. Nach Kritik unter anderem vom DRV verschiebt die Regierung die 17-prozentige GST. Doch einige Fragen bleiben weiterhin ungeklärt.

Luftaufnahme von mehreren strohgedeckten Wasservillen auf Stelzen im türkisfarbenen Meer, die durch geschwungene Holzstege mit einer Sandinsel verbunden sind.
Die Regierung der Malediven hat den Start der Zusatzsteuer um sechs Monate verschoben. Foto: IMAGO / Action Pictures

Die geplante Margensteuer auf den Malediven sorgt in der Reisebranche weiterhin für Diskussionen. Jetzt kommt Bewegung in die Sache: Die Regierung verschiebt laut einem Medienbericht von „The Standard Maldives“ die Einführung der 17-prozentigen Goods and Services Tax (GST) für ausländische Reiseveranstalter, Reisebüros und Buchungsplattformen um sechs Monate. Statt am 1. Oktober 2026 soll die Regelung nun am 1. April 2027 in Kraft treten.

Geplant ist, dass die Malediven ihre bestehende GST künftig auch auf Tourismusleistungen anwenden, die von ausländischen Unternehmen ohne Betriebsstätte im Land verkauft werden. Betroffen sind unter anderem Reiseveranstalter, Reisebüros und Offshore-Buchungsplattformen. Erfasst werden sollen beispielsweise Übernachtungen, Verpflegung, Transfers und weitere touristische Leistungen.

Bei Reisevermittlern soll dabei nicht der komplette Reisepreis besteuert werden, sondern grundsätzlich die Marge des Vermittlers. Genau diese sogenannte Margensteuer sorgt in der Branche für Kritik. Verbände wie der Deutsche Reiseverband (DRV) hatten insbesondere den kurzen Vorlauf bemängelt. Die gesetzliche Grundlage war erst am 31. August verabschiedet worden. Der ursprünglich vorgesehene Start am 1. Oktober hätte den Unternehmen damit nur wenige Wochen zur Vorbereitung gelassen.

Das Problem: Reiseveranstalter kalkulieren und verkaufen ihre Programme viele Monate im Voraus. Für die Wintersaison 2026/2027 ssind bereits Reisen verkauft, Preise festgelegt und Verträge geschlossen. „Eine neue steuerliche Belastung wenige Wochen vor Inkrafttreten einzuführen, geht an den Planungsrealitäten der Reisebranche vorbei“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl. „Unternehmen brauchen ausreichend Zeit, um neue Vorgaben in Verträge, Kalkulationen und Systeme einzuarbeiten. Bei bereits verkauften Pauschalreisen können zusätzliche Kosten meist nicht ohne Weiteres an Kunden weitergegeben werden.“

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Eine Übersicht verschiedener Hotelmarken-Logos auf dunkelblauem Hintergrund, angeordnet in einer Reihe unter der Überschrift ELEGANCE COLLECTION.

Herausforderung bei der praktischen Umsetzung

Hinzu kommen offene Fragen zur praktischen Umsetzung. Der DRV und der europäische Dachverband ECTAA warnen unter anderem vor zusätzlichem Verwaltungsaufwand. Unklarheiten bestehen etwa bei der Registrierung, der Berechnung der steuerpflichtigen Marge bei komplexen Vertriebsketten sowie beim Umgang mit Stornierungen, Erstattungen und Korrekturen. Besonders kleinere Reiseunternehmen könnten durch die zusätzlichen Melde- und Zahlungsprozesse belastet werden.

Der DRV hatte deshalb eine Verschiebung der Einführung sowie klare Leitlinien, einfache Meldeverfahren und Übergangsregelungen für bereits verkaufte Reisen gefordert. Die Botschaft der Malediven in Berlin hatte daraufhin signalisiert, die Bedenken des Verbandes ernst zu nehmen und das Außenministerium in Malé darüber zu informieren.

Verschiebung der Einführung und offene Fragen

Mit der Verschiebung auf den 1. April 2027 bekommen die Unternehmen nun mehr Zeit, sich auf die neue Steuerpflicht einzustellen. Offen bleibt allerdings, wie die Regelung im Detail umgesetzt wird.

Die Malediven sind ein wichtiges Reiseziel im deutschen Markt. Beispielsweise bei Alltours hat sich die Destination zu einem wichtigen Wachstumstreiber im Fernreisegeschäft entwickelt. Doch Nicht nur die Besucherzahlen wachsen seit Jahren. Auch das Hotelportfolilo wird stetig ausgebaut. So will beispielsweise Atmosphere Core 2027 ein zehntes Hotel auf den Malediven eröffnen. Das One Banyan Amaraa Faru an Atmosphere Hotel eröffnet im März 2027 im Kaafu-Atoll.

Ein Top-Reiseziel im kommenden Jahr ist laut Lonely Plant die Malediven-Insel Fulidhoo.

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