Online-Check-in, Apps und digitale Prozesse können für ältere Urlauber zur Herausforderung werden. Michael Fessler vom TUI Reisecenter Reisewelt Fessi setzt deshalb auf persönlichen Service, Hilfestellung und die Bereitschaft, auch mal die Extrameile zu gehen.

„Seniorenfreundlicher Service“: Mit diesem Zertifikat wurde im Juli das TUI Reisecenter Reisewelt Fessi in Palmbach ausgezeichnet. Verliehen wurde die Auszeichnung „nach ausgiebiger Prüfung“ durch den Stadtseniorenrat Karlsruhe. touristik aktuell sprach mit Reisebüro-Inhaber Michael Fessler.
Herr Fessler, herzlichen Glückwunsch zu dieser Auszeichnung. Ist sie Ihnen wichtig?
Ja, durchaus. Wir konzentrieren uns seit jeher auf Best Ager und Senioren – und dieses Zertifikat ist natürlich gutes lokales Marketing. Zudem honoriert es unsere Bemühungen, Best-Ager-Kunden einen Service zu bieten, der zu ihren Erwartungen passt oder sie auch übertrifft.
Worum geht es konkret?
Das sind ganz unterschiedliche Dinge. So haben wir während Corona einen zusätzlichen barrierefreien Zugang und damit den von der Stadt geforderten leicht begehbaren Eingangsbereich geschaffen. Zudem bieten wir eine seniorenfreundliche, ebenerdig erreichbare und erhöhte Toilette. Das war ein wichtiges Kriterium für die Zertifizierung.
Das Thema betrifft aber mehr als die Ausstattung.
Sicher. Die sehr rasante, dynamische Digitalisierung kann gerade ältere Personen vor Herausforderungen stellen. Allein der Online-Check-in bei einer ganz normalen Pauschalreise kann je nach Veranstalter-Airline-Kombination schon sehr abenteuerlich sein. Hinzu kommen Online-Registrierungen etwa für Veranstalter-Apps, Kreuzfahrtausflüge und Nur-Hotel-Buchungen. Das überfordert manche Menschen.
… und ist eine Chance für Reisebüros.
Genau. Dass wir das empathisch moderieren, Hilfestellung geben, Extrameilen gehen und das in den allermeisten Fällen auch noch ohne zusätzliche Kosten, fällt bei uns schon immer unter den Aspekt von Service- und Dienstleistung. Wir drucken bei Bedarf sogar auch noch Unterlagen aus. Das kostet Zeit und Geld – aber gerade ältere Kunden schätzen das.
Warum sind Best Ager und Senioren für Ihr Reisebüro so wichtig?
Da verrate ich meinen Reisebüro-Kollegen vermutlich nichts Neues: Best Ager und Senioren haben oft viel Zeit und sind reisefreudig. Und viele verfügen im Gegensatz etwa zu Familien auch über genügend Budget, um sich ihre Reiseträume zu erfüllen.
Welche sind das?
Top-Produkte für unsere Senioren und Best Ager sind vor allem Kreuzfahrten – egal ob auf hoher See oder auf den Flüssen Europas. Aber auch Fernreisen werden stark gebucht. Da spielen oft unsere eigenen Erfahrungen etwa im südlichen Afrika eine wichtige Rolle: Wenn wir von Safaris schwärmen, können wir viele Kunden begeistern. Zu unserem Team gehört auch ein Japan-Experte, der Reisen in das fernöstliche Land aktiv und sehr erfolgreich verkauft.
Sie beobachten die Zielgruppe seit vielen Jahren. Gibt es aktuelle Trends?
Das kann ich gar nicht so genau sagen, an vielen Reisewünschen ändert sich über die Jahre nur wenig. Was für uns Reisebüros aber besonders interessant ist, sind Mehr-Generationen-Reisen. Wenn drei verschiedene Zimmer und unterschiedliche Abreisetage und -orte gewünscht werden, sind Online-Portale überfordert. Das ist eine Chance für uns Reisebüros.
Reisebüro-Experte Michael Fessler punktet immer wieder mit kreativen Ideen. 2018 machte das Reisebüro Reisewelt Fessi aus einer monatelangen Baustelle vor der Tür eine kreative Marketing-Aktion. Mit humorvollen Postkarten, auffälligen Hinweisschildern auf einer Piaggio Ape sowie Eis und Getränken hielt das Team den Kontakt zu den Kunden. Dafür gab es den dritten Platz bei den Globus Awards in der Kategorie „Beste Reisebüro-Aktion“.
i
Globus Awards
Auch in diesem Jahr sucht touristik aktuell wieder kreative Reisebüro-Experten. Noch bis 29. November können Sie sich um einen Globus Award in den Kategorien „Beste Reisebüro-Aktion offline“, „Beste Reisebüro-Aktion online“ und „Soziales Engagement/Nachhaltigkeit“ bewerben.
Mehr zu den Teilnahmebedingungen und zu den Siegern der vergangenen Jahren finden Sie in der Rubrik Globus Award.
Welche Aktion einen Award verdient, darüber entscheidet eine Jury, die Anfang Dezember in Frankfurt am Main tagt.




