Wer 2026 ins Ausland reist, sollte sich frühzeitig mit den Einreisebestimmungen des Ziellandes befassen. Darauf weist unter anderem eine aktuelle Auswertung der Ergo Reiseversicherung hin, die zahlreiche Neuerungen für Urlaubs- und Geschäftsreisende zusammenfasst.
Für Reisen nach Großbritannien ist die elektronische Reisegenehmigung (ETA) bereits seit April 2025 Pflicht. Ab dem 25. Februar 2026 wird sie jedoch konsequent kontrolliert: Airlines dürfen Passagiere ohne gültige ETA nicht mehr befördern. Die Genehmigung sollte spätestens 72 Stunden vor Abreise beantragt und während der Reise digital – oder im Zweifel ausgedruckt – mitgeführt werden.
Auch innerhalb Europas kann es zu Verzögerungen kommen. Grund ist die schrittweise Einführung des neuen Entry/Exit-Systems (EES) an den EU-Außengrenzen. Das System, das seit Oktober 2025 umgesetzt wird und spätestens im April 2026 vollständig in Betrieb sein soll, erfasst Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen biometrisch. In der Einführungsphase kann dies auch für EU-Bürger zu längeren Wartezeiten führen, insbesondere an Flughäfen mit hohem internationalem Umsteigeraufkommen.
In den USA wird zudem geprüft, ob bei visumfreien Reisen über das ESTA-System künftig die Angabe von Social-Media-Konten der vergangenen fünf Jahre verpflichtend wird. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, doch schon jetzt sollten Reisende mit zusätzlichen Anforderungen rechnen. Eine positive Nachricht gibt es für Fernreisende: China verlängert die visumfreie Einreise für deutsche Staatsangehörige bis Ende 2026. Aufenthalte von bis zu 30 Tagen bleiben damit weiterhin ohne Visum möglich.
Krankenversicherung wird häufiger Pflicht
Immer mehr Länder koppeln die Einreise an den Nachweis einer ausreichenden Auslandskrankenversicherung. Wie bereits berichtet führt Georgien diese Pflicht zum 1. Januar 2026 ein: Alle ausländischen Touristen müssen bei der Einreise eine gültige Kranken- und Unfallversicherung nachweisen, die den gesamten Aufenthalt abdeckt.
Auch andere Destinationen wie Sansibar oder Kuba verlangen bereits heute entsprechende Versicherungsnachweise. Für Reisende bedeutet das: Versicherungsunterlagen sollten jederzeit griffbereit sein, idealerweise auch in englischer Sprache. Eine Auslandskrankenversicherung ist damit längst kein optionales Extra mehr, sondern zunehmend formale Voraussetzung für die Einreise.
Tourismusabgaben: Viele Reisen werden teurer
Zahlreiche Städte und Länder reagieren auf steigende Besucherzahlen mit neuen oder erhöhten Abgaben. Venedig erhebt auch 2026 eine Eintrittsgebühr für Tagesbesucher und weitet diese aus: Zwischen Anfang April und Ende Juli wird an insgesamt 60 Tagen eine City-Maut fällig, vor allem an Wochenenden und Feiertagen. Übernachtungsgäste bleiben davon ausgenommen.
In Rom gilt seit dem 7. Januar 2026 ein Ticketsystem für den Bereich rund um den Trevi-Brunnen, um den Besucherandrang zu regulieren. Barcelona erhöht die Touristenabgabe für hochpreisige Unterkünfte deutlich – Gäste in Fünf-Sterne-Hotels zahlen künftig einen spürbar höheren Zuschlag pro Nacht.
Auch außerhalb der EU steigen die Kosten. Edinburgh führt ab Juli 2026 als erste Stadt im Vereinigten Königreich eine Übernachtungsabgabe ein, berechnet als Prozentsatz des Unterkunftspreises. Norwegen ermöglicht es Kommunen mit hohem Besucheraufkommen, eigene Tourismussteuern einzuführen. Die konkrete Höhe hängt vom jeweiligen Reiseziel ab.
In Thailand ist für 2026 eine landesweite Einreisegebühr für internationale Besucher geplant. Die Einnahmen sollen in touristische Infrastruktur und eine staatliche Grundabsicherung bei medizinischen Notfällen fließen – sie ersetzen jedoch keine private Auslandskrankenversicherung. Auch in den USA müssen Besucher ab 2026 für den Zugang zu besonders beliebten Nationalparks wie dem Grand Canyon, Yellowstone oder Yosemite mit deutlichen Preisaufschlägen rechnen.
Mobilität, Währung und Infrastruktur in Europa
Innerhalb Europas gibt es dafür auch Veränderungen, die das Reisen vereinfachen. Bulgarien hat zum 1. Januar 2026 den Euro eingeführt, der Währungswechsel entfällt damit vollständig. Österreich verabschiedet sich schrittweise von der klassischen Klebevignette. Im Laufe des Jahres wird die Autobahnmaut vollständig auf digitale Vignetten umgestellt. Auch Bahnreisende profitieren: Dank eines neuen EU-Standards sollen internationale Zugtickets bis Ende 2026 über den DB Navigator und die Website der Deutschen Bahn für nahezu alle großen europäischen Bahngesellschaften buchbar sein. Grenzüberschreitende Bahnreisen werden dadurch transparenter und besser planbar.
Geschäftsreisen: Abrechnung neu denken
Auch für Geschäftsreisende bringt 2026 Änderungen. Zum Jahresbeginn wurden die Auslandspauschalen für den Verpflegungsmehraufwand in zahlreichen Ländern angepasst. Je nach Zielland fallen die Pauschalen künftig höher oder niedriger aus, was sich direkt auf die Reisekostenabrechnung auswirkt. Zusätzlich wurde die Pendlerpauschale für längere Arbeitswege angehoben – relevant für Beschäftigte, die regelmäßig zu wechselnden Einsatzorten oder Projektstandorten reisen. Unternehmen sind gut beraten, ihre Reisekostenrichtlinien zu überprüfen und Mitarbeitende frühzeitig über neue Pauschalen und steuerliche Rahmenbedingungen zu informieren.



