Türkei-Panel: „Vorsicht bei den Preisen!“

Die Türkei ist vergleichsweise gut ins Reisejahr 2026 gestartet. Gejubelt wird allerdings noch nicht. Denn noch ist – wie bei vielen anderen Reisezielen – offen, in welcher Form sich der Iran-Krieg auf das Geschäft auswirkt. Vorerst bleibe er „verhalten positiv“, fasste Frank Quante, General Manager des Fraport TAV Antalya Airport, während einer Podiumsrunde am Stand von Sun Express auf der ITB in Berlin die Meinung seiner Kollegen zusammen.

Die Diskutanten waren sich dabei einig, dass die Türkei auch künftig eine feste Größe im europäischen Urlaubsmarkt sein wird. Zudem biete das Land mit seinem noch weitgehend ungenutzten Potenzial für Sport-, Kultur- und Kulinarik-Tourismus noch viele Wachstumsmöglichkeiten. Es müsse allerdings gelingen, mehr Menschen für Reisen außerhalb der Sommer-Hochsaison zu gewinnen.

Steigende Preise als Herausforderung

Gleichzeitig sei die Türkei mit ihren Top-Zielen ein Volumenmarkt, betonte Helmut Wölfel, Chief Commercial Officer bei Sun Express. Genau das sei auch ihre Stärke. Schauinsland-Chef Gerald Kassner verwies allerdings auf die Preisproblematik: Es sei bedenklich, dass auf die stark gestiegenen Preise in den Vorjahren für den Sommer 2026 noch einmal ein Aufschlag hinzugekommen sei.

Immerhin: Die Furcht vieler Reisebüros, dass Familien noch stärker als im Vorjahr der Türkei fernbleiben könnten, bestätigte Kassner nicht: Bei drei von fünf Türkei-Buchungen seien Kinder mit dabei. „Das ist ein höherer Anteil als vor einem Jahr“, so der Inhaber von Schauinsland-Reisen.

„Früh buchen muss sich lohnen“

Einigkeit herrschte auf dem Podium darüber, dass frühzeitiges Buchen für Kunden attraktiv sein muss. Schon Bentour-Chef Deniz Ugur hatte deshalb in einem Statement in touristik aktuell im Februar gelobt, dass die Hoteliers in diesem Jahr schnell auf die zurückhaltenden Buchungen reagiert hätten – und nicht erst im Last-Minute-Geschäft wie 2025.

Sun Express war daran offenbar nicht unbeteiligt: Der Ferienflieger hatte mit Veranstaltern und Hotels gemeinsame Preis- und Marketing-Aktionen für die Sommerbuchungen 2026 gestartet. Diese würden bereits Wirkung zeigen, so Helmut Wölfel: „Unsere aktuellen Buchungszahlen liegen über Vorjahresniveau und stimmen uns für den Sommer 2026 vorsichtig optimistisch“, so der Sun-Express-Manager.

Aus Sicht von Gerald Kassner sind solche Kooperationen unerlässlich: „Bezahlbare Reisepreise sind für unsere Branche nicht verhandelbar. Familien müssen sich ihren Urlaub auch in der Hauptsaison leisten können.“ Und das funktioniere nur, „wenn wir gemeinsam konsequent sind: Wer früh bucht, bekommt den besten Preis.“

Vier Männer in Anzügen, die nebeneinander stehen und in die Kamera lächeln. Es sind (von links): Hotelier Kemal Öztürk, Gerald Kassner (SLR), Helmut Wölfel (Sun Express) und Frank Quante (Airport Antalya).
Diskutierten über das Potenzial der Türkei (von links): Hotelier Kemal Öztürk, Gerald Kassner (SLR), Helmut Wölfel (Sun Express) und Frank Quante (Airport Antalya). Foto: Sun Express/ta

Rendite in der Hotellerie gesunken

Wie sich das Geschäft für die türkischen Hoteliers verändert hat, machte Kemal Öztürk, General Manager von SY Hotels Belek, deutlich. Habe die Rendite früher zwischen 40 und 45 Prozent gelegen, sei sie nach Corona aufgrund der stark gestiegenen Kosten trotz angehobener Reisepreise auf 18 bis 25 Prozent gesunken.

Während die Zahl einem Reiseveranstalter wie Kassner während der Podiumsrunde ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte, machte Kemal Öztürk die Folgen deutlich: Die Hotelbranche erfordert hohe Investitionen. Und eine geringere Marge führe dazu, dass der Mut zu Investitionen in hohe Summen zurückgehe.

Potenzial für „deutlich mehr Reisende“

Grundsätzlich ist Kemal Öztürk überzeugt davon, dass die Türkei „das ganze Jahr über eine erstklassige Destination“ sei, die viele verschiedene Kundenbedürfnisse abdecke – vom Familienurlaub bis hin zum Luxusurlaub. Durch die gezielte Förderung neuer Reiseanlässe wie Golf, Kultur oder Outdoor-Aktivitäten müssten nun verstärkt neue Gästesegmente erschlossen werden.

Davon zeigte sich auch Airport-Manager Frank Quante überzeugt: Die Türkei habe „das Potenzial, noch deutlich mehr Reisende zu empfangen“. Und der Airport Antalya schaffe dafür die Voraussetzungen, verwies er auf jüngste Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro.

Darüber hinaus müsse das aktive Marketing für Antalya und die weitere Verbesserung des touristischen Produkts fortgesetzt werden – von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette, einschließlich des Flughafens. „Wir können nur durch enge Zusammenarbeit erfolgreich sein“, betonte Quante.

Sun Express: Führender Ferienflieger in die Türkei

Sun Express wurde 1989 als Joint Venture von Lufthansa und Turkish Airlines gegründet und sieht sich als „touristische Botschafter zwischen der Türkei und Europa“. Die Airline fliegt auf 237 Strecken zu 92 Destinationen in 35 Ländern und beförderte zuletzt jährlich rund 16 Millionen Passagiere. Mit Hauptsitzen in Antalya und Frankfurt sowie Basen in Izmir, Ankara und Dalaman ist Sun Express Marktführer im Ferienfluggeschäft zwischen Deutschland und der Türkei.