Aida Cruises geht zum fünften Mal in Folge mit einem unveränderten Provisionsmodell ins neue Geschäftsjahr. Damit setzt der deutsche Kreuzfahrtmarktführer und drittgrößte Pauschalreiseveranstalter hierzulande ein „klares Commitment für den digitalen und stationären Partnervertrieb“, sagte Alexander Ewig, Senior Vice President Marketing & Sales, in einem Pressegespräch. Gemeinsam mit Uwe Mohr, Vice President Sales, gewährte er bei einer Präsentation Einblicke in die Geschäftsentwicklung der Reederei und ihrer Vertriebspartner.
Steigende Passagier- und Umsatzzahlen
Die Bilanzen der vergangenen fünf Jahre zeigen aus Aida-Sicht steigende Passagierzahlen und eine noch höhere, laut Mohr „durchweg positive“ Umsatzentwicklung. Letztere bezifferte der Vertriebsdirektor mit 30 Prozent über die letzten drei Jahre. Diese positive Entwicklung bescherte den Vertriebspartnern den Schritt in höhere Umsatzklassen („Decks“). „Im Schnitt ist jede Agentur um eine Stufe nach oben gestiegen“, so Mohr. Sieben Decks gibt es nach wie vor mit Provisionssätzen je nach Tarif zwischen acht und zwölf beziehungsweise zehn bis 14 Prozent.
Premium-Anteil „stärkster Hebel“ im Aida-Provisionsmodell
Die zwei Prozent „Premium“-Provision auf Kreuzfahrt und Flug zur Förderung von Langzeitbuchungen bleibe „der stärkste Hebel im Provisionsmodell“, sagte Alexander Ewig. Mit dem „signifikant steigenden Premium-Anteil“ steige natürlich auch die Provisionsquote, die sich ebenfalls deutlich erhöht habe, wie Uwe Mohr betonte.
Großen Wert legt die Vertriebsspitze auch auf die wirtschaftliche Absicherung der Partner, konkret durch die „nicht Branchen-übliche“ Stornoprovision in Höhe von zehn Prozent sowie den Verzicht auf Malus und Rückforderungen.
„Wir stufen unterjährig hoch, aber in die Gegenrichtung agieren wir nicht“, so Alexander Ewig. Im laufenden Geschäftsjahr haben sich laut Aida über 800 Agenturen um eine Umsatzklasse verbessert, bis zum Ende werden es 1.000 sein, prognostizierte Uwe Mohr. Zum Agenturstamm gehören laut Reederei rund 7.000 buchende Vertriebspartner. Das Gros ordnet sich mit einem Aida-Umsatz zwischen 100.000 und 250.000 Euro auf den Decks drei, vier und fünf ein.
Anders als zuvor gilt das Provisionsmodell nicht mehr für zwei Jahre, sondern nur für ein Jahr. Hintergrund ist der noch offene Verkaufsstart für die beiden Neubauten einer neuen Schiffsklasse, die 2030 und 2031 in Dienst gestellt werden sollen.
Provisionsanlage erstmals digital
Verschickt wird die Anlage IV zum Agenturvertrag mit der Provisionsregelung für 2027 erstmals digital. Den Erhalt müssen Agenturen dann per elektronischer Signatur bestätigen. Versandstart ist am heutigen Mittwoch, bis Anfang kommender Woche sollen alle rund 7.000 Agenturen die Konditionen erhalten haben, heißt es aus Rostock.
Der Agenturvertrag bleibt unverändert und enthält nach wie vor den Passus zum Provisionsweitergabeverbot. Denn der Rechtsstreit mit dem Rückvergüter S-Markt & Mehrwert beschäftigt wie berichtet seit Anfang Juni den Bundesgerichtshof. Mit einer neuen Entwicklung ist vorerst nicht zu rechnen.




