An der wilden Donau

Eine Schar Tukane direkt über der Wasseroberfläche im Donau-Delta
Auch die Tierwelt des Donaudeltas taugt als ­Verkaufsargument. Foto: fh
Im Donau-Delta fahren zwei mit Touristen besetzte Boote in Richtung bewaldetem Ufer
In kleinen Booten geht es für ­Flussreisende 
auf naturnahe ­Entdeckungstouren  Fotos: fh

Langsam tuckert das Boot durchs Wasser, rechts und links ziehen endlose Landschaften dahin: Weiden, Schilf und immer wieder kleine Seen und Seitenarme, riesige 
Vogelschwärme – Grün und noch mehr Grün bis zum Horizont! 6.000 Quadratkilometer misst das Donaudelta, Europas größtes Feuchtgebiet und das größte zusammenhängende Schilfgebiet der Welt. Seit 1991 gehört das Biosphärenreservat sogar zum Unesco Weltnaturerbe. Gleichzeitig ist es das zweitgrößte Delta Europas – nur 
die Wolga kann der Donau sprichwörtlich das Wasser reichen.

Wild und einsam

Was wie eine grüne Ebene wirkt, trügt: Hier ist nur wenig fester Boden in Sicht. Auf den „Plaur“, sogenannten Schwingdecken, wachsen zwar Pflanzen, leben kleine Tiere. Einen Menschen 
jedoch trägt die schwimmende Masse nicht. Karten und Wegbeschreibungen sind Makulatur, denn jeden Tag zeigt sich das Delta ein wenig anders. Wo gestern noch ein See war, kann heute eine dichte Schilfwand schwimmen. 
Über 1.600 Pflanzenarten gibt es hier, rund 70 verschiedene Süßwasserfische, etwa 330 Vogelarten wie Pelikane, Kormorane, Kraniche und schillernde Eisvögel, dazu Fischotter und Nerze. Sogar Adler fliegen hin und wieder aus dem Gestrüpp – nur Menschen sind hier selten. Einige wenige Tausend leben in den einsamen Dörfern auf den Grinduri, den seltenen festen Inseln in diesem südosteuropäischen Dschungel. Kein Wunder, dass der Besuch des Donaudeltas zu den Höhepunkten der Donau-Kreuzfahrt zählt.

Um sie zu erleben, muss man allerdings die lange Variante wählen: Zwischen 16 und 18 Tagen dauert sie und führt nach mehr als 2.000 Kilometern klassischerweise bis zur rumänischen Großstadt Tulcea, dem Tor zum Delta, wo sich der Fluss in drei Arme teilt und letztlich ins Schwarze Meer mündet. Von dort aus geht zu Halb- oder Ganztagesausflügen in die Wildnis.

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Sicherheit geht vor

Bei aller Naturidylle gibt es seit bald drei Jahren eine Einschränkung, denn der Blick auf die Landkarte zeigt: Das Das Donaudelta liegt zu 
einem Drittel auf ukrainischem Territorium. 
Immer wieder werden hier auch russische Drohnen gesichtet. Mitunter wählt sich hier das Handy auch schon mal ins ukrainische Netz ein. Logisch, dass dies auch Auswirkungen auf das Routing der Flussreiseanbieter hat: Bis nach 
Tulcea fährt derzeit keine der auf Donau aktiven Reedereien mehr – zumindest nicht mit dem großen Kreuzfahrtschiff.

Die Reiseziele der Anbieter

Bei Plantours und Nicko Cruises geht es bis nach Braila rund 90 Kilometer flussaufwärts, von wo aus die Exkursionen ins Delta mit kleinen Booten starten. Bei Viva Cruises endet die reguläre Reise mit dem Kreuzfahrtschiff sogar schon in Harsova, 100 Kilometer südöstlich von Tulcea. Auch hier geht es per Bus und kleinen Booten 
zu Tagestrips ins Delta. Bei Arosa heißt es: „Wir haben uns entschieden, die Reisen ins Donaudelta geringfügig anzupassen und den Hafenaufenthalt in Tulcea gegen einen Aufenthalt im 
rumänischen Constanza, direkt an der südwestlichen Schwarzmeerküste, zu ersetzen. Von Constanza aus haben die Gäste weiterhin die Möglichkeit, das Biosphärenreservat Donaudelta mit der einzigartigen Flora und Fauna während eines Ganztagsausflugs zu erkunden“.
Der Beliebtheit dieser langen Variante der 
Donau-Kreuzfahrt tut all dies übriges keinen Abbruch: Alle Anbieter melden einen guten 
Buchungsstand.

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