Explora Journeys: MSC-Tochter laut DACH-Chef „im Flow“

Zu Wochenbeginn feierte Explora Journeys ein „Triple-Event“ auf der Fincantieri-Werft in Genua: das Float Out der Explora IV, die Münzzeremonie von Schiff Nummer fünf sowie den Stahlschnitt für den sechsten und letzten bis dato bestellten Neubau. Es war bereits die dritte Dreifach-Zeremonie dieser Art binnen 18 Monaten – dies verdeutlicht das Tempo, mit dem die Flotte der jungen Tochter der MSC Group heranwächst. 2028 macht sie das halbe Dutzend voll, Gesamtinvestition: 3,5 Milliarden Euro.

„Volle Auslastung“ zur Hochsaison

Die derzeit ebenfalls im Bau befindliche Explora III wird am 1. August am neuen Kreuzfahrtterminal von MSC in Barcelona getauft. Für das bereits in Dienst befindliche Duo Explora I und II verkündet das Unternehmen in der Hochsaison „volle Auslastung“. Es läuft für die Luxusmarke der MSC Group. „Wir sind in einem richtig guten Flow bei der Skalierung“, sagte Daniel Kierkemann-Rott, Executive Director von Explora Journeys für die DACH-Region, im ta-Gespräch vergangene Woche auf der ITB Berlin.

Auch die Kundennachfrage stimme, ihm zufolge zählt das Start-up bereits an die 30 Prozent wiederkehrende Gäste. 20 Prozent aller Explora-Kunden seien Kreuzfahrt-Neulinge, berichtet Kierkemann-Rott. Vor allem sie will das Unternehmen, das sich explizit nicht als Kreuzfahrtanbieter, sondern als „Luxus-Lifestyle-Marke“ bezeichnet, ansprechen.

„Alternative zu Luxusresorts an Land“

Explora Journeys ordnet sich selbst einer „eigenen Kategorie“ zu, einem „Home at Sea“. „Wir konkurrieren nicht mit den etablierten Luxuskreuzfahrtanbietern, sondern bieten eine veritable Alternative zu landbasierten Luxusresorts an“, erläutert Daniel Kierkemann-Rott. „Und mit diesem Konzept gelingt es uns sehr gut, uns von anderen Anbietern zu differenzieren.“ Das weitere Potenzial für die Marke beziffert der Explora-Manager mit etwa 90.000 Luxuskunden im deutschsprachigen Raum. 

Mit jedem der 900-Betten-Schiffe wächst nicht nur die Nachfrage, sondern auch das Destinationsangebot. „Im ersten Jahr, 2023, waren wir sehr stark auf das Mittelmeer und die Karibik fokussiert“, so Kierkemann-Rott. „Mit den neuen Flottenmitgliedern kommen aber neue Fahrtgebiete hinzu: Asien im Winter 2027/2028 und Südamerika im Winter 2028/2029.“ Sogar eine Weltreise hat die junge Marke bereits aufgelegt: Von Januar bis Mai 2029 läuft die Explora I auf einer 128-tägigen Reise rund um den Globus 63 Ziele an. Drei der sieben Teilstrecken sind bereits buchbar.

Daniel Kierkemann-Rott, Executive Director von Explora Journeys DACH, beim ITB-Meeting mit ta-Redakteur Christofer Knaak. Foto: Explora Journeys

Explora Journeys nutzt Expertise der MSC Group

Ein Vorteil bei der Fahrplangestaltung ist die geringe Schiffsgröße, die es ermöglicht, auch kleine Häfen anzulaufen. „Diese Karte werden wir beim Routing künftig noch stärker spielen und uns so breiter aufstellen“, kündigt Kierkemann-Rott an. Bei der Ausarbeitung der Routen profitiere man von der Expertise der MSC Group, berichtet der Explora-Manager – und von der ihres Vorstandsvorsitzenden, Pierfrancesco Vago. „Er verfügt über ein beachtliches Wissen und hat höchstpersönlich einige Routen kuratiert“, zeigt sich Kierkemann-Rott beeindruckt.

„Reisebüros sollten ‚out of the box‘ denken“

Das Produktwissen von Vertriebspartnern wird weiterhin über Webinare vertieft, die Themen und Termine werden über den wöchentlichen B2B-Newsletter kommuniziert. Laut dem DACH-Verantwortlichen zählt Explora Journeys aktuell insgesamt etwa 2.500 registrierte Agenturen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Deutschland sei kurz davor, Großbritannien als stärksten Quellmarkt in Europa abzulösen, so Daniel Kierkemann-Rott. Platz eins belegen die USA. Seine Botschaft an den Vertrieb: „Reisebüros sollten mit ihren Kunden auch mal ‚out of the box‘ denken: Vielleicht ist das beste Hotel gar kein Hotel!“

Den eigenen Vertrieb stockt Explora aktuell auf. Nachdem Anfang März bereits eine vierte Mitarbeiterin hinzugekommen ist, folgt zum 1. Mai eine fünfte Sales-Kraft. „Wir bereiten uns auf Wachstum vor“, so Daniel Kierkemann-Rott in Berlin.