Kreuzfahrtveranstalter Nicko Cruises hat seinen Flussreisen-Katalog für die Saison 2027 veröffentlicht und aus diesem Anlass einen Einblick in die aktuelle Gesamtgeschäftsentwicklung gegeben. Dabei nahm CEO Guido Laukamp auch Stellung zum aktuellen Ausfall des einzigen Hochseeschiffes Vasco da Gama.

Dieses musste wie berichtet zunächst wegen eines Propellerschadens die letzte Etappe der diesjährigen Weltreise abbrechen und unmittelbar nach dem Werftaufenthalt aufgrund eines Defekts an der Hauptmaschine erneut zur Reparatur. Die mittlerweile vier Reiseabsagen für das 33 Jahre alte Kreuzfahrtschiff seien „ein Schlag ins Kontor“ gewesen, sagte Guido Laukamp in einem Pressegespräch am Dienstag.
Vasco da Gama soll Anfang Juli Schiffsbetrieb wieder aufnehmen
In Brest wird aktuell an einer baldigen Wiederaufnahme des Betriebs gearbeitet. „Wir haben den Reparaturumfang nach sorgfältiger Analyse erhöht, damit wir das Schiff wieder verlässlich zur Verfügung haben“, so Laukamp. Nach derzeitigem Stand soll die Vasco da Gama ihren Fahrplan am 2. Juli wieder aufnehmen.
Die Ausfälle des einzigen Hochseeschiffes der Stuttgarter haben zu Dellen in der ansonsten stetig steigenden Buchungskurve geführt, wie der Geschäftsführer veranschaulichte. Ausgeglichen würden diese durch das „stabile, gut durchlaufende Flussgeschäft“, für das laut Laukamp derzeit ein Umsatzplus von 20 Prozent zu Buche steht.
Flusskreuzfahrten erweisen sich in der derzeitigen Gemengelage als „relativ resilient“, sagte der Manager mit Blick auf geopolitische Krisen, Inflation und Unsicherheit bei Verbrauchern. Die klassischen europäischen Fahrtgebiete Rhein und Donau – auch für die Schwaben das Brot-und-Butter-Geschäft – seien „vielleicht beliebter denn je und nicht von der Flaute in der Touristik betroffen“, so Laukamp. Von einer „Preis-Eskalation“ wie in der Hotellerie an Land seien sie nicht betroffen.
Reisepreise steigen um drei bis fünf Prozent
Dennoch kämpft auch der Kreuzfahrtveranstalter mit Kostensteigerungen, beschränkt sich aber im Flussreisen-Katalog für 2027 auf „moderate Preiserhöhungen zwischen drei und fünf Prozent“, so Guido Laukamp. Dazu erhebt der Veranstalter wie berichtet weiterhin Treibstoffzuschläge von acht Euro pro Person und Nacht bei Flussreisen und zehn Euro bei Hochseekreuzfahrten.
Das Programm für die nächste Saison umfasst 22 Schiffe und 33 Gewässer auf vier Kontinenten: Europa, Afrika, Asien und Amerika. Neu sind unter anderem Reisen auf den französischen Flüssen Gironde, Garonne und Dordogne ab/bis Bordeaux, eine optionale viertägige Algarve-Verlängerung bei den Douro-Kreuzfahrten ab/bis Porto, sowie eine 14-tägige China-Rundreise, die eine Flusskreuzfahrt auf dem Jangtse unter anderem mit den Megastädten Peking und Shanghai verbindet.
Neben dem jetzt erschienenen 432 Seiten starken Hauptkatalog gibt Nicko Cruises voraussichtlich Mitte August den dazugehörigen Folder „Event- & Themenreisen“ in die Reisebüros. Dieser soll beispielsweise mit Dinner Cruises, Krimi-Kreuzfahrten, Schlager- oder Wanderreisen Neukunden auf den Fluss lotsen.



