
Der Rhein sinkt auf Pegelstände, die es so noch nie gab. Und auch an der Donau, der Elbe und der Mosel kommen Sandbänke zum Vorschein, die Anwohner zuvor noch nie gesehen haben.
Die anhaltende Trockenheit in ganz Europa sorgt für immer größere Probleme bei der Schifffahrt. Dies betrifft sowohl die Kreuzfahrtbranche als auch Frachtschiffe, die seit Wochen mit verminderter Ladung fahren oder – im Fall der Container-Schiffe – ihre Lieferung bereits komplett per Bahn und Lkw transportieren müssen.
Doch auch die Reichweite für Flussschiffe wird immer kleiner, Köln und Düsseldorf zum Beispiel sind für die meisten Kreuzer nicht mehr erreichbar. Das Hauptproblem ist dabei nicht das Wasser in der Flussmitte, sondern am Rand: Das Anlegen wird durch das Niedrigwasser zum Teil unmöglich. So konnte allein Nicko Cruises in den vergangenen vier Wochen mehr als zehn Donau-Reisen nicht durchführen.
Pegelstand 23 Zentimeter – wie kann ein Schiff da fahren?
Beim Blick auf die Pegelstände ist zu beachten, dass dies immer der offizielle Richtwert ist. Der Pegelstand entspricht also nicht der tatsächlichen Wassertiefe – schon gar nicht der Tiefe der Fahrtrinne. Mitunter kann der Unterschied zwischen Pegel und Fahrtrinne mehrere Meter betragen.
Der Pegelstand steht vielmehr für den amtlichen Wasserstand und orientiert sich an einem festgelegten Nullpunkt. Dieser wiederum wird leicht unter dem niedrigsten, über lange Zeit gemessenen Wasserstand in diesem Teil des Gewässers festgesetzt.
Der Main als sicheres Fahrtgebiet

Reiseverkäufer, die zurzeit auf Nummer sicher gehen wollen, buchen für ihre Kunden am besten eine Kurzkreuzfahrt auf der Strecke Frankfurt/Main-Würzburg. Denn der Main ermöglicht durch seine vielen Staustufen auch bei Niedrigwasser Schiffsfahrten – der Abschnitt gilt als sicherste Route innerhalb Deutschlands. Zudem ist er nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern bietet mit Orten und Städten wie etwa Seligenstadt, Aschaffenburg, Miltenberg und Wertheim sehr attraktive Ausflugsziele.
Kein Wunder, dass unter anderem Arosa, Phoenix Reisen, Nicko Cruises, Riverside Luxury Cruises und Viva Cruises die Strecke oft im Kurzreiseprogramm haben. Bei anderen ist sie zumeist Teil längerer Fahrten in Verbindung mit dem Rhein und dem Main-Donau-Kanal. Bei diesen Routen zählen im deutschen Markt unter anderem auch Plantours, Thurgau Travel und Amadeus Flusskreuzfahrten zu den Anbietern.
Niederlande: Rhein noch gut befahrbar
Gut befahrbar sind nach wie vor auch die holländischen Abschnitte des Rheins ab Nijmegen bis Rotterdam und Amsterdam. In Köln ist der Wasserstand ebenfalls noch hoch genug, problematisch sind jedoch zahlreiche Streckenabschnitte zwischen der holländischen Grenze und der Domstadt. Aus diesem Grund fahren nur noch einige Anbieter Köln an, etliche andere begrenzen ihre Fahrten auf die Rhein-Abschnitte in den Niederlanden.



