China-Urlaub: Tipps vom Experten

China-Fachmann Jürgen Kremer
China-Fachmann Jürgen Kremer. Foto: privat

Asien-Experten spekulieren in diesem Jahr auf ein China-Comeback. Ob das realistisch ist, bleibt noch abzuwarten. Eines ist sicher: Unter den deutschen Touristen werden viele China-Erstreisende sein. touristik aktuell hat sich mit dem China-Experten Jürgen Kremer vom Shanghai China International Travel Service über falsche Erwartungen und mögliche Stolpersteine im China-Urlaub unterhalten.

Laut Kremer schätzen viele Erstreisende die Größe der Volksrepublik falsch ein. „Viele unterschätzen die Ausmaße des Landes. China ist ungefähr so groß wie Europa. Man kann dieses riesige Land nicht in drei Wochen erkunden. Selbst mit Schnellzügen und Inlandsflügen dauert es, um von A nach B zu kommen“, warnt der Kenner.

Lieber Schnellzug als Inlandsflug

Schnellzüge seien häufig komfortabler und schneller als ein Inlandsflug. Kremer hat einen Tipp parat: „Reisende sollten mindestens eine halbe Stunde vor der Zugabfahrt im Bahnhof sein. Das Prozedere ähnelt dem an einem Flughafen. Es gibt Sicherheitskontrollen, die Tickets werden mehrfach kontrolliert und die Bahnhöfe sind riesig.“

Das eigene Smartphone kann man auch in China einsetzen. „An vielen Orten und auch in den Zügen kann man kostenloses Wlan nutzen. Zudem können sich Gäste eine chinesische Sim-Card kaufen“, so Jürgen Kremer. Der Experte weist darauf hin, dass einige Apps, darunter Facebook und Google, in China nicht oder nur eingeschränkt funktionieren. „Über Whatsapp können in der Regel nur Sprachnachrichten verschickt werden“, sagt Kremer.

Chinesische Bezahl-Apps

China-Besucher sollten sich Bezahl-Apps wie Ali Pay oder We Chat herunterladen. Bargeld werde in China zwar weiterhin verwendet, doch sehr viele Transaktionen wie etwa der Kauf eines U-Bahn-Ticket würden fast ausschließlich über die Bezahl-Apps abgewickelt.

Auch auf den Einsatz von Kreditkarten kann man sich laut Kremer nicht immer verlassen. „Zahlungen mit ausländischen Kreditkarten waren in China schon immer problematisch, diese werden eigentlich nur in hochwertigen Hotels oder teuren Restaurants akzeptiert.“

Für chinesische Geschäftsinhaber seien Zahlungen von ausländischen Kreditkarten mit extrem hohen Gebühren verbunden und somit nicht interessant. „Allerdings akzeptieren We Chat und Ali Pay neuerdings gängige westliche Kreditkarten, so dass man diese Tools zur Bezahlung in China nutzen kann“, sagt Kremer.

Kein Voucher, sondern der Reisepass

Der eigene Reisepass ist wichtig – nicht nur für die An- und Abreise. „Mittlerweile werden viele Tickets über den Reisepass abgewickelt. Wer Bahntickets oder Eintrittskarten für Attraktionen wie den Kaiserpalast in Peking oder den Shanghai Tower bucht, erhält im Anschluss kein Papierticket oder Voucher mehr. Vor Ort wird dann der Reisepass kontrolliert oder an einem Automaten gescannt“, berichtet Kremer.

Jürgen Kremer ist ausgewiesener China-Experte, der unter anderem zehn Jahre lang das China-Produkt von TUI verantwortete und für den Veranstalter China Tours in leitender Funktion tätig war. Sein aktueller Arbeitgeber, Shanghai China International Travel Service, ist ein Reisen- und Tourenanbieter mit Hauptsitz in Shanghai. Dieser organisiert seit Jahren Gruppen- und Individualreisen in China für deutsche Reiseveranstalter wie FTI, DER Touristik, Trendtours und Ikarus Tours.

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