Kreuzfahrten

Clia kontert Kreuzfahrt-Ranking des Nabu

Der Kreuzfahrtverband Clia (Cruise Lines International Association) hat auf das am Mittwoch veröffentlichte Kreuzfahrt-Ranking des Naturschutzbundes Nabu (siehe hier) reagiert.

„Grundsätzlich“ verfolgten beide Parteien dieselben Ziele, „nämlich Emissionen zu reduzieren und die Umwelt zu schützen“, heißt es in einer Stellungnahme. Die Auffassungen hinsichtlich der entsprechenden technischen Verfahren und der möglichen Umsetzungsgeschwindigkeit unterschieden sich jedoch. So die Clia.

„Die Unterstellung, die Kreuzfahrtbranche verweigere sich im Grunde geschlossen dem Klimaschutz, ist ungerechtfertigt mit Blick auf die Vorreiterrolle, die die Kreuzfahrtbranche im maritimen Umweltschutz einnimmt“, heißt es weiter. Der Verband verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die Kreuzfahrtbranche bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar in neue Technologien und sauberere Kraftstoffe investiere, um die Luftemissionen der Schiffe deutlich zu verringern. Zudem seien aktuell 26 weitere Schiffe mit LNG-Antrieb bestellt.

Die Behauptung des Nabu, das Gros der Kreuzfahrtschiffe nutze Schweröl und verzichte dabei auf den Einsatz von Abgastechnik, ist laut CLIA „schlicht falsch“. Nach ihren Erhebungen ist mit 129 Schiffen bereits knapp die Hälfte der aktuell etwa 268 Schiffe der Clia-Mitgliedsunternehmen mit Abgasreinigungssystemen ausgestattet. Bei 40 weiteren sei die Nachrüstung solcher Systeme geplant oder es sei schon damit begonnen worden.

„Ein wissenschaftlicher und nachvollziehbarer Ansatz ist beim Nabu-Kreuzfahrt-Ranking nicht zu erkennen“, so das Fazit des Kreuzfahrtverbands.

 

Kommentar (1)

  • Siegfried Manzel
    am 22.08.2019
    Wenn man die Zahlen der CLIA richtig versteht, werden ca 100 Kreuzfahrtschiffe Anfang 2020 entweder mit schwefelarmen HFO fahren müssen oder die internationalen Vorgaben der IMO nicht erfüllen. Ob die Abgassysteme der 129 genannten Schiffe die Grenzwerte dauerhaft einhalten - worüber ja schon bei TUI Zweifel aufgetreten sind - wird hoffentlich das MRV-System der EU (monitoring-reporting-varifying) im Nachgang berichten.
    Weiterhin bleibt völlig offen im Statement von CLIA, wie die Emissionsproblematik in den Häfen bei den 80% der Schiffe gelöst werden kann, die keine Landstrom-Anschlüsse haben.
    Ergänzend zum NABU-Ranking sollte erwähnt werden, dass die Schiffe von Phoenix, Transocean, Plantours etc deshalb nicht gelistet sind (auf dem letzten Platz?), weil sie einfach schon zu alt sind.

    Also kein Grund zur Entwarnung und ein guter Rat an CLIA: Beteiligt Euch nicht am "Green Washing"

Kommentar schreiben