Steigende Preise: Wird Urlaub zum Luxusgut?

Für den Sommerurlaub muss immer mehr Geld aufgewendet werden – wahrscheinlich geht es auch diesem Sparschwein bald an den Kragen. Foto: BrianAJackson / iStockphoto
Für den Sommerurlaub muss immer mehr Geld aufgewendet werden – wahrscheinlich geht es auch diesem Sparschwein bald an den Kragen. Foto: BrianAJackson / iStockphoto

Die Preisschraube dreht sich: Lebensmittel, Energiekosten und auch der Urlaub – alles wird teurer. Noch sind die Menschen bereit, viel Geld für die schönsten Wochen des Jahres auszugeben. Doch der Betrag wird jedes Jahr größer und selbst wenn der Urlaubswille beim Kunden unendlich groß ist, bleibt das verfügbare Budget für Flug, Hotel und All-inclusive endlich. Und so fragt sich die Branche, wann das Limit der Preissteigerungen erreicht ist.

Bei RTK erkennt man trotz hoher Preise keine Kaufzurückhaltung. „Auf Reisen wollen die wenigsten verzichten“, so Thomas Bösl. Er spricht aber auch eine Warnung aus: „Die Branche muss aufpassen, nicht über das Ziel hinauszuschießen. Reisen darf kein Luxusartikel werden.“ Schmetterling-Geschäftsführer Ömer Karaca schlägt argumentativ in dieselbe Kerbe: „Wir sehen die Gefahr, dass Urlaub zum Luxusgut wird.“

Familien dürften nicht verschreckt werden

Und Luxusartikel kann sich nicht jeder leisten. TSS-Chef Manuel Molina hat dabei die Familien im Blick. Er sieht bei den Preissteigerungen kaum „mehr Luft nach oben“. Insbesondere wenn man die wichtige Kundengruppe der Familien nicht verschrecken wolle. Markus Orth, Chef von Lufthansa City Center (LCC), weiß: „Der vergangene Sommer hat gezeigt, dass er vielen Familien zu teuer war.“ Die Folge für LCC: ein starkes Frühbuchergeschäft für den Sommer 2024.

Die Preissteigerungen haben ein weiteres Phänomen geschaffen: Auch wenn der Umsatz (noch) stimmt, nimmt die Zahl der Buchenden weiter ab. Von Reiseland heißt es dazu: „Im letzten Jahr erzielten wir mit rund 80 Prozent der Kunden 100 Prozent des Umsatzes von 2019.“

Immer weniger Buchungen

Diese Lücke zwischen Umsatz und Paxe wird zu einem echten Problem. Klaus Wilmsmeier von TUI Travel Star berichtet: „Die Zahl der Reiseteilnehmer ist im Vergleich zu 2019 rückläufig. Die gestiegenen Reisepreise und der damit wachsende Umsatz täuschen auf den ersten Blick darüber hinweg.“ Gleiches hört man vom ADAC: „Schon im gerade abgelaufenen Jahr hatten wir zwar weniger Buchungen, aber einen höheren Umsatz. Dieser Trend könnte sich weiter fortsetzen.“ Damit bleiben Fragen im Raum: Wo sind diese Bucher? Und kann man sie zurückgewinnen?

Zudem droht laut weiteren Experten eine starke Kundensegmentierung. Wie diese aussieht, lesen Sie im kompletten Artikel in der neuen touristik aktuell, die diese Woche veröffentlicht wurde und auch als E-Paper verfügbar ist.

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