ADAC-Reisevertrieb: „Wir spielen jetzt erste Bundesliga“

Touristiker vor einem gelben VW-Käfer des ADAC auf der Reisemesse ITB
Sie leiten den ADAC-Reisevertrieb: Andreas Neumann und Aquilin Schömig an ihrem Stand auf der ITB. Foto: mg

Der gelbe ITB-Stand mit dem historischen VW-Käfer in Halle 25 war ein echter Hingucker. Doch nicht nur optisch ist der Reisevertrieb des ADAC nicht mehr zu übersehen: Mit inzwischen bundesweit 250 Reisebüros und einem Umsatz von 500 Millionen Euro ist die Kette zu einem etablierten Player aufgestiegen. „Wir spielen jetzt in der ersten Bundesliga mit – und das nicht nur in der Touristik, sondern auch bei Geschäftsreisen“, so die beiden Geschäftsführer Andreas Neumann und Aquilin Schömig im ITB-Gespräch mit touristik aktuell.

Neue Franchise-Partner und Filialen

„Das vergangene Jahr war für uns ein voller Erfolg“, verweisen die beiden Manager nicht nur auf ein starkes organisches Umsatzwachstum, sondern auch auf zahlreiche neue Franchise-Partner und Filialen. Der Umsatz stieg in der Summe um 41 Prozent.

Und im laufenden Geschäftsjahr 2024/2025 wird es weiter nach oben gehen. Durch die Übernahme der 70 Galeria Reisebüros zum 1. Oktober 2024, die Integration des Geschäftsreiseanbieters MfG Travel sowie weiteren Büro-Zugängen seit 1. November 2024 wird mit einem weiteren erheblichen Umsatzplus gerechnet. Zudem profitieren auch die ADAC Reisebüros von einer starken Nachfrage und – zumindest umsatzmäßig – von den gestiegenen Reisepreisen.

Auch im Business Travel geht’s voran

Als wichtiger Wachstumstreiber erwiesen sich im letzten Jahr neben der Touristik die Geschäftsreisen unter der Marke „ADAC Travel Management Services (TMS)“. Die Business Travel Spezialisten unter dem ADAC-Dach hätten zahlreiche neue Firmenkunden gewonnen – auch aus dem Ausland. Hilfreich sei dabei die Kooperation im internationalen Business-Travel Netzwerk „One Global Travel“, betont Andreas Neumann. Auch technisch sei man beim Thema Geschäftsreisen „state of the art“.

Eine wichtige Rolle in der Touristik spielen die ADAC Mitgliederreisen, die Aquilin Schömig zufolge zu 80 Prozent über Reisebüros verkauft werden. Der Vorteil für den Vertrieb: Die Reisen gibt es exklusiv beim ADAC, sie sind qualitativ hochwertig, nicht gerade preiswert und dennoch gut nachgefragt. Besonders stark laufen dabei Kreuzfahrten, Rundreisen und Zugreisen.

Nachfrage für USA-Reisen geht leicht zurück

Stolz sind die beiden Manager unter anderem auf die exklusive Buchungsplattform für Wohnmobile, die eine optimale Beratung ermögliche. Sorgen macht ihnen dagegen die Entwicklung im USA-Geschäft, traditionell eine Stärke im ADAC-Reisevertrieb. Noch profitiere man von den starken Vorausbuchungen, so Andreas Neumann. Die vergangenen Wochen hätten jedoch gezeigt, dass die Politik von Donald Trump ihre Spuren hinterlasse. Man spüre bereits einen Rückgang der Nachfrage.

Andere Fernziele laufen dagegen wie geschmiert. Kanada sei vielerorts für den Sommer ausgebucht, starke Zuwächse gebe es für Australien, Asien und Afrika. Eines steht für Neumann und Schömig außer Frage: „Unsere exklusiven Mitgliederreisen bieten den Franchise-Partnern einen klaren Wettbewerbsvorteil.“

NDC-Schnittstellen für bessere Flugpreise

Technologisch setzt der ADAC Reisevertrieb auf eigene Websites für die angeschlossenen Franchise-Partner und Innovationen wie die Vertriebsplattformen Aris und Aris Sky sowie die Midoffice-Systeme Midoco und Bosys. Die Zweigleisigkeit soll neuen Reisebüros den Start unter dem ADAC-Dach erleichtern. Neu programmierte Single-Sign-On Schnittstellen und Direktanbindungen zu Partnern würden zudem den Zugriff auf die dynamischen Angebote verschiedenster Leistungsträger ermöglichen.

Ein Beispiel ist die 2024 etablierte Buchungsoberfläche für Flüge. Sie bietet unter anderem Firmenkunden durch Direktschnittstellen (NDC) zu Airlines bessere Verfügbarkeiten und Preise sowie den angeschlossenen Reisebüros optimierte Prozessabläufe.

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