DRSF: Justizministerium überprüft Entgeltsenkung

Nach der deutlichen Kritik zahlreicher Veranstalter an der Höhe der Entgelte für den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) hat das Bundesjustizministerium nun eine Senkung angekündigt. Wie Stefan Schmidt, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, berichtet, habe ihm der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium (BMJV), Frank Schwabe, mitgeteilt, dass aktuell geprüft werde, ab wann und in welchem Umfang eine Reduzierung des Entgelts genehmigungsfähig wäre.

Auf Anfrage von touristik aktuell bestätigt eine Sprecherin des Ministeriums dies. Ein zeitnaher Abschluss der Prüfung sei zu erwarten.

Schmidt drängt auf eine rasche Entscheidung. „Die Senkung muss jetzt schnell erfolgen und nicht erst zum 1. November, wie in der Branche gemunkelt wird. Die Reiseunternehmen müssen schnell die Chance bekommen, Urlaubsreisen günstiger anbieten zu können“, schreibt er in einer Pressemitteilung.

Fondsvermögen von mehr als 850 Millionen Euro

Der Grünen-Politiker verweist auf ein aktuelles Fondsvermögen von mehr als 850 Millionen Euro. „Plus Sicherheiten plus Kreditlinie in jeweils dreistelliger Millionenhöhe sind Pauschalreisende im Fall der Fälle bestens gegen Insolvenzen von Reiseveranstaltern abgesichert“, unterstützt er die Kritik der Reiseveranstalter.

Diese müssen derzeit als Sicherheitsleistung je nach Bonität sieben bis neun Prozent ihres Jahresumsatzes hinterlegen. Dazu kommt ein Entgelt von einem Prozent des Pauschalreiseumsatzes – deutlich zu viel, hatte unter anderem TUI-CEO Sebastian Ebel im Zuge der Jahrestagung der Kooperation Best-Reisen im vergangenen Jahr kritisiert. Durch die hohen Kosten und eine drohende Überregulierung der Pauschalreise durch die Novellierung der Pauschalreiserichtlinie entstehe ein Kostennachteil von drei bis fünf Prozent, sagte er während eines Pressegesprächs. Dadurch werde die Wettbewerbsfähigkeit von Pauschalreisen gegenüber anderen Reiseformen und Buchungen über Online-Portale bedroht. (uf)

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