Pauschalreise: Neuer Verein will Image verbessern

Eine von hinten fotografierte vierköpfige Familie hält sich an den Händen und läuft an einem Sandstrand in die Brandung hinein
Der neu gegründete Verein will die Pauschalreise „als Zukunftsmodell sichtbarer machen“. Foto: PeoplesImages/iStock
Drei Personen stehen und sitzen lächelnd vor einem goldverzierten Stuhl mit einem Schild, auf dem „Reserviert für König Kunde“ steht. Im Hintergrund ist ein Flur mit Glaswänden zu sehen.
Der neue gewählte Vorstand in den Räumen von Sunny Cars: Berend Rieckmann, Jürgen Büchy und Marina Ackermann. Foto: Initiative Pauschalreise

Vertreter der Tourismusbranche haben in München den Verein „Initiative Pauschalreise e.V.“ gegründet. Ziel der Initiative ist es, die öffentliche Wahrnehmung und die Bedeutung von Pauschalreisen zu stärken. Dies geht aus einer Mitteilung des neu gegründeten Vereins hervor. Die Pauschalreise benötige mehr Sichtbarkeit und eine klare Positionierung, heißt es zur Begründung.

Vorstand aus Branchenkennern

Die Gründungsmitglieder, die sich in der Zentrale von Sunny Cars am vergangenen Freitag trafen, wählten drei gleichberechtigte Vorstandsmitglieder: die Strategieberaterin Marina Ackermann, den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Reiseverbands (DRV) Jürgen Büchy sowie den Branchenberater Berend Rieckmann. Büchy und Rieckmann hatten die Gründung seit Anfang des Jahres gemeinsam mit Ulrike Katz und Best-Reisen-Vorstand Cornelius Meyer vorbereitet.

Zu Kassenprüfern wurden Sandy Horchler (Holiday Extras) und Michael Gisbertz (Coral Travel) gewählt. Die juristische Begleitung übernahm die Kanzlei Tour Law.

Aufklärung, Vertriebshilfe und Dialog

Die Initiative nennt drei zentrale Ziele. Erstens soll der Wert der Pauschalreise durch Medienarbeit und Kampagnen vermittelt werden. Zweitens soll der Vertrieb durch Schulungen und Argumentationshilfen unterstützt werden. Drittens will der Verein den Dialog mit Verbänden, Ausbildungsstätten und Medien suchen, um die Pauschalreise als Zukunftsmodell sichtbarer zu machen.

Der Verein ist offen für Mitglieder aus allen Bereichen der Reisebranche, von Veranstaltern über Reisebüros bis zu Technologiepartnern. Nach der Eintragung ins Vereinsregister, die in etwa vier Wochen abgeschlossen sein soll, kann der Verein seine Arbeit offiziell aufnehmen.

Initiator zieht sich zurück

Der Initiator des Ganzen, Best-Reisen-Vorstand Cornelius Meyer, zieht sich unterdessen aus dem Projekt zurück. Er hatte im Rahmen der Jahrestagung von Best-Reisen im Oktober 2024 die Idee ins Spiel gebracht, eine Art Verbraucherschutzportal zum Thema Reisearten aufzubauen.

Dabei sei ihm eines „besonders wichtig“ gewesen, betont Meyer gegenüber touristik aktuell: „Wenn man wirklich will, dass die Menschen die Pauschalreise von den Einzelleistungen unterscheiden können und sich bewusst für das eine oder das andere entscheiden – dann schafft man das nur branchenübergreifend und gemeinsam.“

Es geht um die Wahrnehmung der Pauschalreise

Meyer ist überzeugt davon, dass „die Pauschalreise das Potential hat, als qualitativ hochwertiges Markenprodukt wahrgenommen zu werden“. Um dies voranzubringen, sei es jedoch wichtig, „dass es eine neutrale Instanz gibt, die Ansprechpartner für alle Touristik-Player sein kann“, so Meyer.

„Weil ich als Person aber vermutlich immer irgendwie mit dem oben beschriebenen Ursprungs-Impuls in Verbindung gebracht werde, kann das – wenn ich weiterhin in vorderster Front agieren würde – auf der Wettbewerbsebene möglicherweise den einen oder anderen daran hindern, sich völlig unbefangen mit der Thematik und der Initiative zu beschäftigen oder gar seine Gedanken und Ideen einzubringen. Und das wäre aus meiner Sicht ein Verlust“, erklärt der Vorstand von Best-Reisen seine aktuelle Zurückhaltung

Eine erste Informations-Website  ist bereits online. Die Pauschalreise und die Revision der Pauschalreiserichtlinie sind auch ein Top-Thema des DRV-Hauptstadtkongresses am 9. und 10. Oktober in Berlin.

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