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FTI-Insolvenz: Verwirrung um Bundeskartellamt

Beim Bundeskartellamt ging nie ein Fusionsantrag von Certares ein. Foto: Bundeskartellamt

Beim Bundeskartellamt ging nie ein Fusionsantrag von Certares ein. Foto: Bundeskartellamt

Wie ernst meinte es der US-Investor Certares mit der Übernahme von FTI? Seit der Insolvenz am Montag wird über diese Frage heftig gestritten. Nun kommt auch das Bundeskartellamt ins Spiel: Denn Certares hat nie einen entsprechenden Fusionsantrag bei der Bonner Behörde gestellt. 

Das sei allerdings auch „nicht ungewöhnlich“, sagte Pressesprecher Severin Frank bereits am Montag gegenüber touristik aktuell. Viele Unternehmen würden zunächst andere Details klären, bevor sie sich ans Kartellamt wenden.

Viele wundern sich über fehlenden Fusionsantrag

Hinzu kommt Experten zufolge: Im Fall FTI wäre die Prüfung nur eine Formsache gewesen, da Certares bis dato nur über Spezialveranstalter verfügt und damit keine überragende Marktstellung erkauft hätte. Und solche Anträge werden Severin Frank zufolge beim Kartellamt „innerhalb eines oder weniger Tage“ genehmigt. Vor allem dann, wenn man wisse, dass es „zeitlichen Druck“ gebe.

Dennoch wundern sich viele Touristiker über den fehlenden Antrag. Auch wenn es nur eine Formsache sei, wende man sich bei einer geplanten Übernahme in der Größenordnung von FTI doch sofort ans Bundeskartellamt, hieß es dieser Tage vielfach gegenüber touristik aktuell. Denn schon allein die Nachricht einer Freigabe durch die Behörde wäre ja eine für FTI und Certares positive Nachricht gewesen – insofern es das Konsortium um Certares ernst gemeint habe mit dem Kauf des drittgrößten deutschen Veranstalters.
 

Matthias Gürtler