40 Jahre in der Touristik: Ein Experte blickt zurück

Bewegte Zeiten: In den vergangenen 40 Jahren ist in der Touristik viel passiert
Bewegte Zeiten: In den vergangenen 40 Jahren ist in der Touristik viel passiert. Foto: Pavel Khorenyan / iStockphoto
Reimund Domke war lange Zeit Betriebsrat der Dertour Reisebüros
Reimund Domke war lange Zeit Betriebsrat der Dertour Reisebüros. Foto: privat

40 Jahre lang war Reimund Domke in der Touristik aktiv – zuletzt als Betriebsrat der Dertour Reisebüros. Im Gespräch mit touristik aktuell blickt der 65-Jährige auf vergangene Zeiten sowie die derzeitigen Herausforderungen und appelliert an die Branche, sich zu bewegen.

Kritik übt Domke unter anderem an zu kurzen Quereinsteiger-Programmen. Es sei aus seiner Sicht „völlig unmöglich“, innerhalb von sechs Wochen Quereinsteiger fit zu machen. „Der Beruf des Tourismuskaufmanns beziehungsweise der Tourismuskauffrau zählt zu den anspruchsvollsten kaufmännischen Berufen überhaupt“, erläutert Domke.

Bezahlung – ein heikles Thema

Er verweist auf ein Quereinsteigerprogramm der damaligen DER Reisebüros, das nicht erfolgreich gewesen sei. Es habe nur wenige beziehungsweise ungeeignete Bewerber gegeben. Auch die Bezahlung sei ein heikles Thema gewesen. Den Bewerbern sei das gebotene Gehalt zu niedrig gewesen. „Allerdings konnten wir ja auch unsere eigenen Auszubildenden nicht vor den Kopf stoßen“, sagt Domke.

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Um das Problem Fachkräftemangel zu beheben, müsste man bei der Tarifierung ansetzen, den Einstieg reizvoller gestalten, selbst wenn Margen und Renditen eng seien, sagt Domke. Zudem könnte bei den Sozialleistungen nachjustiert werden. „Ich erinnere mich, dass wir bei Thomas Cook Essensmarken bekommen haben. Wie wäre es mit Tankgutscheinen oder ähnlichem? Die Metzgerei Vinzenzmurr aus München beispielsweise bezahlt Azubis den Führerschein“, nennt der Touristikexperte ein paar Beispiele.

Domke: „Die Branche muss sich bewegen“

„Die Branche muss sich bewegen. Und ihr Image verbessern“, mahnt Domke. Immer wieder habe er von Bewerbern gehört, dass die Agentur für Arbeit von einer Ausbildung abgeraten habe. „Das zeigt, dass in der Branche einiges im Argen liegt“, sagt er.

Auch wenn er während der vergangenen 40 Jahre viele Katastrophen miterlebt habe, so habe ihm sein Job immer Spaß gemacht. Er verlasse die Branche mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Das vollständige Interview finden Sie in der aktuellen Ausgabe von touristik aktuell (ta 23/24).

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