
Fast wäre Ralf Phillips vor wenigen Tagen Betrügern auf den Leim gegangen. Aber nur fast. Der Inhaber von Reisebüro Phillips in Bergen hatte eine E-Mail erhalten mit einer konkreten Buchungsanfrage für ein teures Luxushotel in Dubai.
Da das Reisebüro-Team Anfang des Jahres bereits auf einen solchen Betrug hereingefallen war, agierte Phillips dieses Mal mit großer Vorsicht. Er ließ sich Fotos von den Reisepässen und der Kreditkarte schicken. Auf den ersten Blick schien alles in Ordnung, trotzdem begann der Reisebüro-Inhaber zu recherchieren.
Die Masche ist nicht neu
Phillips kontaktierte die Polizei und gab die Passdaten durch. Dort wurde ihm mitgeteilt, dass die Pässe gefälscht seien. Auch bei der Kreditkartenfirma rief der Reiseexperte an und erhielt die gleiche Antwort: Die Kreditkarte sei gefälscht, beziehungsweise auf einen ganz anderen Namen ausgestellt. „Es ist schon verrückt, wie täuschend echt die Fotos aussahen“, sagt Phillips, der erleichtert ist, auf sein Bauchgefühl gehört zu haben.
Die Masche, mit der Kriminelle seit geraumer Zeit versuchen, Reisebüros übers Ohr zu hauen, ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte touristik aktuell unter anderem über den Fall von Eva Kronebach aus dem ADAC Reisebüro in Wiesbaden berichtet, die Opfer von Betrügern wurde.
Sie hatte einen Anruf erhalten und ein Viereinhalb-Sterne-Hotel in Thailand gebucht. Als sie wegen einer Nachfrage die Kundin erreichen wollte, war diese nicht erreichbar. Erst auf eine E-Mail von Kronebach reagierte die Frau und rief zurück, jedoch mit einer anderen Handynummer. Daraufhin kontaktierte Eva Kronebach den Veranstalter, der ihr mitteilte, dass die Frau bereits in einem anderen Reisebüro einen Betrugsversuch gestartet habe. Die Buchung wurde storniert.
Betrüger werden immer professioneller
Auch Ralf Phillips kennt diese Geschichten. Er will seine Kollegen sensibilisieren, denn die Betrüger würden es immer wieder versuchen und immer professioneller. „Man sollte unbedingt vorsichtig sein, wenn man die Kunden nicht kennt und wenn einem etwas komisch vorkommt“, sagt er.



