Reisebüro-Konzept: Erfahrung als Verkaufsargument

Vor Ausbruch des Krieges im Nahen Osten waren Sylwia und Stephan Fath in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für das Ehepaar war es mehr als eine Reise: Es war eine intensive ­Bestandsaufnahme für ihr Reisebüro und ihre journalistische Arbeit. Hotels wurden inspiziert, neue Konzepte entdeckt, bekannte Orte mit ­frischem Blick betrachtet. „Wir waren sehr lange nicht dort. Es hat sich unglaublich viel getan“, sagt Sylwia Fath. „Und wir haben viele wertvolle Infos für unsere Kunden mitgebracht.“

Solche Recherchereisen gehören für die Inhaber des Reisebüros Urlaubsengel, urlaubsengel.de, längst zum Berufsalltag. Rund sechs Monate im Jahr sind die beiden unterwegs. Ihr Anspruch: Destinationen nicht nur besuchen, sondern in all ihren Facetten erleben – und die Eindrücke anschließend in Geschichten und Bildern weitergeben. „Wir wollen Emotionen wecken und Menschen Lust aufs Reisen machen“, erklärt Stephan Fath.

Ein Blog zieht neue Kunden an

Reisen spielt im Leben des Paares aus dem ­baden-württembergischen Weinheim schon immer eine zentrale Rolle. 2013 begannen sie zunächst, individuelle Reisen für Freunde zu planen. Aus der Leidenschaft wurde ein Gewerbe. Während Sylwia Fath damals im Management von BASF tätig war und Reisen für ihren Chef organisierte, arbeitete Stephan Fath im Vertrieb und im Nachhaltigkeitsbereich der Telekom. Seit 2020 widmen sich beide hauptberuflich ihrem Schmetterling-Reisebüro – und damit ihrem ­gemeinsamen Traum.

Die Aufgaben sind klar verteilt: Sylwia Fath ­berät die Kunden persönlich und individuell. ­Stephan Fath kümmert sich um den redaktionellen Teil, schreibt Blogbeiträge, optimiert die ­Inhalte für die Auffindbarkeit im Netz und hält seine Erlebnisse fotografisch fest.
Der Aufwand zahlt sich aus. „Viele Reisende stoßen über unseren Blog auf uns und werden später zu Kunden“, sagt er. Seine Texte und Fotos finden zudem ­ihren Weg in die Publikationen von Reiseveranstaltern und Verlagen. „Eine ­Erwähnung in einem Reiseführer ist für uns die beste Werbung.“

Sylwia und Stephan Fath vom Urlaubsengel Reisebüro auf einer Aussicht über die Altstadt von Korfu; sie lächeln in die Kamera, hinter ihnen erstrecken sich bunte Häuser unter blauem Himmel.
Fast sechs Monate pro Jahr sind Sylwia und Stephan Fath unterwegs. Foto: Urlaubsengel.de


Die Mischung aus Reisebüro, Journalismus und Fotografie trifft den Nerv der Zeit. Über die Jahre haben Sylwia und Stephan Fath eine treue Stammkundschaft aufgebaut, zugleich erreichen sie über ihren Blog und die sozialen Medien Menschen weit über Deutschland hinaus.

­Besonders im hochwertigen Individual- und ­Luxussegment haben sie sich einen Namen ­gemacht. „Wir sind ein kleines Team und haben uns bewusst für das höherwertige Segment 
entschieden“, sagt Sylwia Fath. „Diese Kunden schätzen unsere persönliche, ehrliche Beratung.“

Dass die beiden so häufig selbst unterwegs sind, spielt dabei eine zentrale Rolle. Erfahrung schafft Vertrauen – gerade bei anspruchsvollen Reisen. „Wir verkaufen fast ausschließlich das, was wir selbst erlebt haben“, betont Stephan Fath. ­„Bilder sind oft stark bearbeitet und wecken Erwartungen, die vor Ort enttäuscht werden können. Das möchten wir vermeiden.“ Auch den Hotels selbst geben die beiden im Anschluss ein offenes Feedback – ein Austausch, der geschätzt wird.

Großes Netzwerk an Partnern

Organisiert werden die Reisen über ein Netzwerk aus Agenturen und Partnern. Zu den wichtigsten Zielgebieten zählen unter anderem Südafrika, Namibia, Botswana sowie ausgewählte Destinationen in Europa. Erst im vergangenen Jahr waren sie zwei Monate lang in Südafrika entlang der Garden Route unterwegs, besuchten Weingüter, Gourmetrestaurants und neue Hideaways.

Und auch 2026 bleibt der Kalender gut gefüllt. Eine weitere Reise ins südliche Afrika ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Zuvor stehen Fuerteventura, Portugal und Griechenland auf dem Programm. „Wir schauen dort, was sich ergibt“, sagt Stephan Fath. „Das Schöne an unserem Beruf ist, dass wir überall arbeiten können – vorausgesetzt, die Internetverbindung stimmt.“