
Das Protestbanner ist fertig, der Mundschutz sitzt: Die Damen vom Reisecenter Rosenstadt in Eutin sind bestens vorbereitet. Gleich geht es zur Demo nach Kiel, wo rund 30 Reiseverkäufer vor dem Landtag vor dem wirtschaftlichen Kollaps der Reisebüros warnen wollen.
In einer historisch einzigartigen Aktion ziehen heute Tausende Reisebüro-Mitarbeiter und kleinere Reiseveranstalter von Kiel über Wiesbaden bis München auf öffentliche Plätze oder protestieren vor Landtagen. In mehr als 40 Städten sind Kundgebungen geplant. Wegen der unterschiedlichen behördlichen Auflagen sind bei den Demonstrationen manchmal nur zehn genehmigt, aber auch bis zu 250 Teilnehmern.
Unter dem Motto „Rettet die Reisebüros“ oder auch „Wir Reisebüros zeigen Gesicht“ wollen die Touristiker vor einem Zusammenbrechen der Tourismuswirtschaft warnen und finanzielle Hilfen fordern. Erste Fernsehsender wie N-TV und mehrere Radiosender haben bereits über die geplanten Demonstrationen berichtet.
Doch nicht nur in den größeren Städten wird demonstriert. Auch im 13.000 Einwohner zählenden Schermbeck wird man aktiv. „Auch ein kleines Dorf am Niederrhein stellt sich den Tatsachen und kämpft für die Reisebüros“, sagt Inhaber Frank Herbrechter vom Schermbecker Reisebüros. „Wir sind vor Ort insgesamt drei Reisebüros, die in dieser so besonderen Situation zusammenarbeiten. Die letzten Vorbereitungen laufen.“
Der geplante bundesweite Counter-Protest hat seinen Ursprung in Dresden. Dort hatte der Reisebüro-Inhaber Rainer Maertens vor einigen Tagen als erster eine Kundgebung vor dem Dresdner Landtag angemeldet. Schnell zogen weitere Touristiker nach und meldeten in vielen deutschen Städten und Orten Proteste an.
touristik aktuell ist bei einigen Demonstrationen vor Ort und berichtet. Sind Sie auch bei einer Kundgebung dabei? Dann schicken Sie gerne Fotos für unsere Berichterstattung an a.huebner(at)touristik-aktuell.de.


