TDA: Branche zwischen Minus- und Plus-Zahlen

Der Angriff von Israel und den USA auf den Iran und die damit verbundenen Folgen haben zu einem massiven Buchungseinbruch im deutschen Markt geführt. Während viele Reiseveranstalter auf der ITB noch von einem „insgesamt stabilen Geschäft“ sprachen, zeigen die Zahlen von Datendienstleistern, wie heftig der Einbruch war.

Strandurlaubsszene in Playa del Inglés, Maspalomas auf Gran Canaria, Spanien: Golden-gelber Sandstrand mit sonnenden Badegästen, bunten Sonnenschirmen und Liegen. Im Hintergrund erstreckt sich unter klarem blauem Himmel eine malerische Ansammlung weißer Hotels und Apartmenthäuser die steile Hügel hinauf bis zum Meer, mit Palmen und Felsenakzenten.
Ferienort Puerto Rico auf Gran Canaria: Die Kanaren profitieren touristisch vom Krieg in der Golfregion. Foto: mg

So ermittelte der Backoffice-Anbieter Ziel mit seinem Reisebüro-Tool Synccess zwischen 28. Februar und 10. März im Vergleich zum Vorjahr einen Buchungsrückgang von 20,5 Prozent. Der Umsatz lag gleichzeitig mit 14 Prozent im Minus.

Der Dienstleister TDA verglich das Geschäft zwischen Kalenderwoche neun und zehn und kam auf ein Umsatzminus von 13 Prozent – und zwar von 632 Millionen Euro auf 517 Millionen Euro. Erfasst wurden dabei alle in diesen beiden Wochen neu gebuchten Reisehauptleistungen (Unterkunft, Verkehrsdienstleistung, Pauschalen und Kreuzfahrten).

Auch Türkei und Ägypten im Minus

Neben dem „annähernd kompletten Ausfall von Neubuchungen“ für Länder wie Oman, Qatar und die Arabischen Emirate waren auch Ägypten und die Türkei mit einem Minus von 25 bis 40 Prozent hart betroffen. „Vor allem die Buchungen von Kreuzfahrten mit einem Index-Minus von 25 Prozent sowie Flugpauschalreisen litten am stärksten“, berichtet Roland Gassner, Director Business Development.

Profiteure sind ihm zufolge bislang das spanische Festland und die Kanaren sowie aus Produktsicht Unterkunftsleistungen wie Ferienwohnungen.

Viele Kurzfristbuchungen für Osterferien

Die gebuchten Preise stiegen bei Flugpauschalreisen von der Kalenderwoche neun auf zehn um rund acht Prozent. Gleichwohl wurde deutlich, dass die Reiselust insgesamt unverändert hoch ist: Der Anteil an Buchungen für die noch laufende Wintersaison (Abreise März und April) stieg laut TDA im Vergleich zur Woche vor dem Krieg um fünf Prozentpunkte an. Dies seien „ungewöhnlich“ viele Kurzfrist-Neubuchungen vor allem für die Osterferien, so Gassner.

Der Iran-Krieg und die Folgen sind auch eines der Top-Themen der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 06/2026).