Reiseversicherer URV greift im Luxussegment an

Alexander Piwonski und Mareike Steinmann-Baptist von der Union Reiseversicherung stehen nebeneinander vor einer Werbewand der Versicherung.
Sind optimistisch, was das Reisejahr 2025 angeht: URV-Vertriebschef Alexander Piwonski und die neue Vorständin Mareike Steinmann-Baptist. Foto: rie

Die Union Reiseversicherung (URV) führt eine Rücktrittsversicherung im Segment der Luxusreisen ein. Mit dem neuen „Prestige-Produkt“ können künftig Reisen mit einem Preis von bis zu 100.000 Euro abgesichert werden, wie URV-Vertriebschef Alexander Piwonski am Dienstag auf der ITB in Berlin ankündigte.

Damit sei der Versicherer „ein Stück weit Vorreiter im Markt“ und reagiere auf eine steigende Nachfrage seitens der Kunden und Vertriebspartner. „Wir registrieren 40 bis 50 Anfragen pro Jahr für Reisen zwischen 50.000 und 100.000 Euro oder mehr“, berichtet der Vertriebsexperte. Erst im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen im Zuge seiner Produktmodernisierung die maximalen Versicherungssummen auf 20.000 Euro erhöht.

Einführung zunächst im Reisebüro-Vertrieb

Zu den konkreten Leistungen des neuen Reiseschutzes gehören unter anderem Besonderheiten wie ein Terrorschutz und ein Concierge-Service. Die Prämien werden laut Piwonski bei rund sieben Prozent des Reisepreises liegen, für Stornierungen gilt eine Selbstbeteiligung in Höhe von 20 Prozent. Durch eine Kooperation mit dem Spezialisten SRC Special Risk Consortium sind laut URV sogar noch Versicherungssummen jenseits der 100.000-Euro-Marke möglich.

Bevor die Prestige-Versicherung Ende des zweiten Quartals flächendeckend unter den Reisevermittlern ausgerollt werden soll, werde sie zunächst zusammen mit zwei großen Reisebüros im Luxussegment getestet, erläuterte Alexander Piwonski weiter. Konzentriere man sich zunächst auf die Vermittlerseite, werde im nächsten Schritt auch darüber nachgedacht, das Produkt im Direktvertrieb anzubieten.

Gepäckschutz wieder aufgelegt

Als weitere Neuheit führt die URV wieder eine Gepäckversicherung ein, die als Baustein zu Standardprodukten zubuchbar oder auch einzeln abzuschließen ist. Diese sieht Versicherungssummen von 3.000 Euro für Einzelpersonen sowie 6.000 Euro für Familien vor. Der Abschluss ist über die IBE des Versicherers sowie über das TUI-Portal Vers4U möglich.

Mit dem vergangenen Geschäftsjahr zeigte sich die neue URV-Vorständin Mareike Steinmann-Baptist, die seit Jahresbeginn im Amt ist, zufrieden. Die Beitragseinnahmen hätten sich auf einem „stabilen Niveau“ entwickelt und seien um mehr als acht Prozent auf 84 Millionen Euro gestiegen, wobei rund 98 Prozent des Umsatzes auf die Reise-Rücktrittskostenversicherung entfallen seien. Zugleich seien die Aufwendungen für Versicherungsfälle von etwa 52 Millionen im Vorjahr auf 60 Millionen Euro gestiegen.

Reisebüros bleiben dominanter Vertriebsweg

Äußerst wichtig ist dabei nach wie vor der Vertrieb über rund 1.500 Reisebüro-Partner, der Alexander Piwonski zufolge 60 bis 70 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht. Auch in diesem Vertriebssegment sei ein leichtes Wachstum zwischen sechs und sieben Prozent verzeichnet worden, obwohl sich die Reisebüro-Landschaft in Deutschland durch Geschäftsaufgaben und Übernahmen konsolidiere.

Auch für das bevorstehende Reisejahr 2025 zeigte sich Mareike Steinmann-Baptist zuversichtlich. Die Reiselust der Deutschen sei ungebrochen, gleiches gelte aber auch für das Thema Sicherheit. Daher rechne die URV mit einer erneuten Einnahmesteigerung und mit „profitablem Wachstum“.

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