
Die „Cyberstudie 2026“ des Versicherers HDI zeigt: Schäden durch virtuelle Angriffe auf KMU in Deutschland sind deutlich gesunken. Prävention wie Firewalls und Mitarbeiterschulungen zahlt sich aus, dennoch fürchten viele Betriebe Cyber-Schäden als existenzbedrohend.
Gute Nachricht aus dem Bereich Cyber-Kriminalität: Bei erfolgreichen Angriffen auf kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland ist die durchschnittliche Schadenshöhe auf rund 25.000 Euro gesunken. Das geht aus der „Cyberstudie 2026“ des Versicherers HDI hervor, für die zu Jahresbeginn rund 1.100 IT- und Versicherungsexperten von KMU sowie Selbstständige befragt wurden. In den Vorgängerstudien seit 2022 lag dieser Wert mit jeweils mindestens 68.000 Euro wesentlich höher.
Viele Betriebe sind routinierter
HDI führt den Rückgang darauf zurück, dass viele Betriebe inzwischen routinierter mit der Bedrohung umgehen und Angriffe schneller eingrenzen. Dabei zeigt die Studie, dass insbesondere Prävention wirkt: Bei Betrieben mit entsprechenden Maßnahmen lag die Schadensumme im Schnitt 33 Prozent niedriger. Konkret setzen laut Analyse fast 90 Prozent technische Maßnahmen wie Firewalls ein. 71 Prozent schulen Mitarbeiter, 69 Prozent haben IT-Richtlinien etabliert.
Darüber hinaus hat über die Hälfte der Befragten angegeben, in einer Cloud zu arbeiten – 49 Prozent hatten erhöhte IT-Sicherheit als Grund genannt. Doch die Zahlen zeigen auch: 31 Prozent der Cloud-Nutzer waren bereits von Betriebsunterbrechungen nach Cyber-Vorfällen betroffen, bei Nicht-Nutzern war das nur bei 14 Prozent der Fall.
Cyber-Schäden bedrohen die Existenz
Insgesamt zeigte die HDI-Analyse ein großes Problembewusstsein: 60 Prozent der Befragten stufen Cyber-Schäden als relevantes Risiko ein, jedes dritte Unternehmen sieht bei einem massiven Cyber-Schaden sogar seine Existenz gefährdet. Rund 35 Prozent gaben an, dass ihr Betrieb in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Ziel einer Attacke war. Besonders Kleinunternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 2,5 und zehn Millionen Euro gelten als existenziell gefährdet.
Bei den Angriffsmethoden bleiben laut der Studie Phishing-Mails mit 64 Prozent an der Spitze. Daneben rücken neue KI-gestützte Bedrohungen wie CEO-Fraud (sieben Prozent) und Deepfake-Angriffe (vier Prozent) immer mehr in den Fokus. Dennoch sehen 55 Prozent der Befragten Künstliche Intelligenz als Chance, nur 21 Prozent als Risiko.


