Mit einer dreijährigen „Preferred Partnership“-Vereinbarung mit der Schmetterling-Kooperation will der Berliner Veranstalter Suntrips enger an den Reisebüro-Vertrieb heranrücken. Hintergrund ist auch die Cashback-Debatte und die hohe Zahl von vergleichbaren Angeboten, mit denen die Online-Portale den Reisebüros das Leben schwer machen.

Angesichts dieser Situation will Suntrips versuchen, sich speziell bei den Schmetterling-Büros als wichtiger Partner für individuell zugeschnittene Reisen zu etablieren. Richard Reindl, Direktor Supplier Relations & Purchase bei Schmetterling, kommt das nicht ungelegen. Angesichts der neuen Zusammenarbeitet mahnt er die Reisebüros: „Hört auf, gegen Check24 & Co. zu kämpfen und werdet selbst zum Architekten unvergleichlicher und einzigartiger Reiseerlebnisse.“
Zentraler Bestandteil der Kooperation ist das neu geschaffene „Suntrips Profi-Partner-Programm“ für Schmetterling-Mitglieder. Dieses lockt teilnehmende Reisebüros mit einer eigenen Hotline bei dem Veranstalter, „schneller Hilfe“ bei komplexen Buchungen sowie mit exklusiven Schulungen und Studienreisen.
Reiseverkäufer sollen Veranstalter mit weiterentwickeln
Zudem verspricht Suntrips-Chef Alexander Sieland ein Recht zur Mitgestaltung der Zukunft des Veranstalters: Strategische Co-Piloten sollen aktiv an der Weiterentwicklung von Reiseangeboten und Buchungs-Tools mitwirken.
Steffen Knapp, Direktor Vertrieb & Partnerbetreuung bei Schmetterling, blickt der Partnerschaft mit großen Erwartungen entgegen. Wer sich „intensiv“ mit Suntrips beschäftige, könne „individuelle und hochwertige Reisen auf einem ganz neuen Niveau verkaufen und sich damit klar vom Massenmarkt und reinen Preisvergleichen differenzieren“. Genau darin liege die Zukunft des stationären Vertriebs.
Davon ist auch Richard Reindl überzeugt. Seine These: „Beratungskompetenz entfaltet dort ihre volle Wirkung, wo Algorithmen an ihre Grenzen stoßen.
„Finanziell attraktiv“
Ein weiterer Vorteil des Veranstalters ist Steffen Knapp zufolge, dass Margen und Provisionen von den Büros selbst festgelegt werden können. Aus Sicht von Richard Reindl lasse sich die eigene Expertise dadurch finanziell „deutlich attraktiver abbilden, als es bei standardisierten Prozessen jemals möglich wäre“.
Die gemeinsamen Ziele von Schmetterling und Suntrips sind ambitioniert: Innerhalb von drei Jahren soll der gemeinsame Umsatz auf einen zweistelligen Millioneneurobetrag wachsen. Zudem soll die Konkurrenz im Segment der individuell zusammenstellbaren Reisen auf Distanz gehalten werden. Zu ihnen gehören unter anderem TUI Tours, Worldia und Journaway.
Eine wichtige Rolle in diesem Segment spielt zudem die seit zwei Jahren zu Schauinsland-Reisen gehörende Marke Explorer. Sie öffnete sich unter dem Dach der neuen Mutter für den gesamten Reisebüro-Vertrieb und scheint dort langsam Fuß zu fassen: In den ersten drei Monaten des laufenden Touristikjahres wurde über Reisebüros bereits mehr Umsatz gebucht als im gesamten Vorjahr.
Zusätzlich zur engen Zusammenarbeit mit Suntrips hat Schmetterling kürzlich ASI Reisen als neuen Sortimentspartner gewonnen.


