ta-Umfrage: Wie verunsichert sind die Kunden?

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Grafik mit einem Fußball und einem Hintergrund in Türkis, der geometrische Linien und die Zahl vier zeigt.

Seit Wochen befinden sich Reiseverkäufer einmal mehr im Krisenmodus. Die Nachfrage ist gering. Immer wieder müssen Reiseberater auch als Psychologen agieren, um auf die Ängste ihrer Kunden einzugehen. Dabei bräuchten sie derzeit eigentlich jemanden, der ihnen selbst Mut macht, wie unsere Umfrage zeigt.

Emilia Willms, Reisebüro Emi Reisen, Lich

„Die Verunsicherung der Kunden ist gigantisch. Die eine Hälfte hat Lücken beim Thema Geografie und denkt, dass Ägypten und die Türkei zum Kriegsgebiet gehören oder fragt nach, ob Griechenland und Mallorca sicher seien. Die andere Hälfte lässt sich durch die mediale Berichterstattung zum Thema Kerosin und Hantavirus verunsichern. Wir reagieren sehr sensibel, mütterlich, fürsorglich und versuchen, über Social Media und mit Berichten aus seriösen Quellen gegenzusteuern. Es ist so anstrengend, und eigentlich bräuchten wir auch jemanden, der uns ein bisschen Mut macht. Denn der Umsatz ist dramatisch eingebrochen – im März allein um 50 Prozent. Natürlich mache ich mir Gedanken, wie es weitergeht. Es bleibt nichts anderes übrig, als auszuharren, die Kosten zu senken und optimistisch zu bleiben. Denn jede Krise geht vorüber.“

Stefanie Wendt, Ihr Reisebüro Briotours, Wolfsburg-Vorsfelde

„Die Leute sind sehr ver­­un- sichert. Am schlimmsten ist das Halbwissen. Die häufigste Frage, die wir derzeit beantworten müssen, ist die, was passiert, wenn das Kerosin ausgeht. Ob man dann noch nach Hause komme. Wir müssen aktuell sehr viel Aufklärungsarbeit leisten. Wir verkaufen inzwischen deutlich mehr Pauschalreisen und weisen unsere Kundinnen und Kunden darauf hin, dass sie dadurch abgesichert sind und der Veranstalter im Fall der Fälle eine Lösung finden muss. Das hat man bereits kurz nach Ausbruch des Iran-Kriegs gesehen. Zusätzlich bieten wir die Flex-Optionen an, die aktuell auch häufiger angenommen werden. Auch wenn die Nachfrage verhalten ist, laufen bei uns Kreuzfahrten sehr gut und auch unsere eigenen Busreisen sind stark nachgefragt.“

Katharina Kergl, Reisebüro Reise-Truhe, Mannheim

„Die Verunsicherung der Kunden ist spürbar erhöht und lässt den Reisemarkt etwas einbrechen. Die Gründe liegen überwiegend bei den geopolitischen Krisen sowie der Angst vor Flugproblemen und ansteigenden Preisen. Wir hoffen, dass sich dies nun durch die Öffnung der Flughäfen von Qatar und Dubai wieder etwas legt. Ebenso weisen wir grundsätzlich auf das Buchen von Pauschalreisen hin und bieten bewusst Flex-Optionen an. Derzeit sehr gefragt sind Schiffsreisen. Diese haben aus unserer Sicht auch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“

Bianca Kühnstetter, Travellers – das Reisebüro Wettstetten

„Auch wir haben Kunden, die aufgrund der Medienberichte über den möglichen Kerosin- engpass verunsichert sind und Angst haben, irgendwo zu stranden und nicht mehr nach Hause zurückzukommen. Der Iran-Krieg ist bei uns hingegen gar kein Thema mehr. Wir haben auch schon wieder Buchungen für Ägypten und die Türkei. Aber diese Kerosin-Thematik treibt die Menschen um. Wir verweisen auf die Flughäfen München und Frankfurt, die uns zugesichert haben, dass es aktuell keine Engpässe gibt. Und wir raten allen, pauschal zu buchen. Mit einer Pauschalreise kann nichts passieren. Für die derzeitigen Umstände läuft unser Geschäft relativ normal. Zum Glück.“

Natascha Dauster, Reiseberatung Natascha Dauster, Potsdam

„Viele meiner Kunden sind aktuell sehr zurückhaltend. Neben der angespannten Kriegssituation im Nahen Osten sorgt vor allem die Nervosität rund um eine mögliche Kerosinknappheit für Verunsicherung – etwa die Sorge vor steigenden Preisen oder kurz-fristigen Flugstreichungen. Transparenz und Sicherheit bei der Reiseplanung sind deshalb wichtiger denn je. Ich setze verstärkt auf Flex-Tarife und buche Flüge möglichst in Kombi-nation mit einer touristischen Leistung als Pauschalreise, damit meine Kunden besser abgesichert sind. Viele Kunden schätzen unverändert die persönliche Beratung und das sichere Gefühl, im Fall von Änderungen nicht allein dazustehen. Zudem merke ich, dass sich einige Kunden derzeit mit einer Autoreise wohler fühlen.“