
Der VUSR nimmt Online-Giganten Check 24 wegen des Werbehinweises „Nur bei Check 24 verfügbar“ ins Visier. Der Verband bezweifelt bei mehreren Angeboten die tatsächliche Exklusivität und fordert transparente Werbung. Auch Veranstalter und Verbände sind gefragt.
Dass die Geschäftsgebaren von Check 24 dem Verband unabhängiger selbstständiger Reiseunternehmen (VUSR) seit Langem ein Dorn im Auge sind, ist kein Geheimnis. Immer wieder hatte VUSR-Chefin Marija Linnhoff fehlende Transparenz angeprangert. Nun will der Verband weiter gegen Check 24 vorgehen und fordert das Unternehmen auf, Angaben zur Exklusivität von Reiseangeboten transparenter und wettbewerbskonform zu gestalten.
Anlass sind laut Verband Fälle, in denen Angebote mit dem Hinweis „Nur bei Check 24 verfügbar“ beworben wurden, obwohl vergleichbare oder identische Reisen nach Angaben des Verbandes auch über andere Vertriebswege buchbar waren.
Exklusivitätsversprechen und Verbraucherschutz
Aus Sicht des VUSR müssen Exklusivitätsversprechen gegenüber Verbrauchern tatsächlich bestehen und nachvollziehbar sein. Wer mit einer vermeintlichen Alleinverfügbarkeit werbe, obwohl ein vergleichbares Angebot auch anderswo erhältlich sei, könne Verbraucher irreführen und andere Vertriebswege benachteiligen, heißt es in einer Mitteilung auf der Website des VUSR.
VUSR-Chefin Marija Linnhoff fordert Check 24 deshalb auf, entsprechende Werbeaussagen zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. „Check 24 kann nicht nach eigenen Regeln spielen“, kritisiert sie und verlangt, Aussagen über eine exklusive Verfügbarkeit nur dann zu verwenden, wenn diese tatsächlich zutreffen.
Forderungen an Check 24
Der Verband sieht allerdings auch Veranstalter, Vertriebsorganisationen und Branchenverbände in der Verantwortung. Sie sollten nach Ansicht des VUSR darauf achten, wie ihre Angebote über verschiedene Vertriebskanäle vermarktet werden und ob dabei tatsächlich bestehende oder lediglich behauptete Exklusivitäten herausgestellt werden.
Nach Angaben des VUSR wurden relevante Marktteilnehmer und Branchenorganisationen über die aus seiner Sicht problematischen Fälle informiert. Die dem Verband angeschlossenen Kooperationen unterstützten das Vorgehen. Linnhoff kritisiert zugleich, dass andere Marktteilnehmer bislang zurückhaltend reagierten.
Unterstützung durch Kooperationen
Der VUSR will seine Mitglieder über die weitere Entwicklung informieren und setzt sich nach eigenen Angaben für einen fairen Wettbewerb zwischen Reisebüros und Onlineportalen ein. Dabei gehe es nicht darum, Onlinevertrieb grundsätzlich infrage zu stellen, sondern um eine aus Sicht des Verbandes transparente und wahrheitsgemäße Werbung für Reiseangebote.



