Pauschalreisen: DRSF plant neues Logo und mehr Aufklärung

Der DRSF will sein Logo zum Insolvenzschutz überarbeiten und Verbrauchern den Nutzen der Pauschalreise besser erklären. Gleichzeitig startet die Initiative Pauschalreise eine eigene Social-Media-Kampagne.

Eine Hand stoppt eine Reihe fallender Holzklötze auf einem hellblauen Untergrund, während rechts davon vier weitere Holzklötze aufrecht stehen bleiben.
Besseres Risikomanagement: Der DRSF will mit einem neuen Logo die Vorzüge der Pauschalreise besser herausstellen. Foto: Dilok Klaisataporn/iStock

Für Reisebüros gehört das Versenden des Sicherungsscheins für Pauschalreisen zur täglichen Arbeit. Viele Kunden können mit dem Schein und seiner Aufmachung allerdings nichts anfangen. Auch beim Leistungsumfang des Produkts besteht Aufklärungsarbeit.

Pauschalreisen: DRSF feilt am „Insolvenzschutzlogo“

Angesichts der vielen Unklarheiten von Endverbrauchern beim Thema Pauschalreise will der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) sein Logo aufpeppen. Zudem ist geplant, „kommunikativ aktiver“ zu werden und Kunden besser darüber aufzuklären, wofür der Fonds steht: für den Fall der Insolvenz eines Reiseveranstalters.

Offenbar war eigentlich geplant, dafür den textlichen Inhalt des Sicherungsscheins zu ändern, den Pauschalreisende bei der Buchung erhalten. Das sei jedoch rechtlich nicht machbar gewesen.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Zusammenarbeit mit Initiative Pauschalreise nicht grundsätzlich ausgeschlossen

Auch eine Zusammenarbeit mit der von derzeit 30 touristischen Unternehmen getragenen Initiative Pauschalreise wurde zunächst als juristisch schwierig eingeschätzt. Der DRSF stellt jedoch klar, dass eine Kooperation nicht grundsätzlich ausgeschlossen ist. Die Initiative Pauschalreise und der DRSF seien in einem stetigen Austausch und prüften eine Zusammenarbeit dort, wo sie möglich und sinnvoll sei.

Das ist aus Sicht vieler Touristiker wichtig: Denn die Initiative hat das gleiche Ziel wie der DRSF, Verbraucher darüber aufzuklären, was die Pauschalreise bietet. Während unter dem Dach der Initiative Pauschalreise auch Werbung für das Produkt gemacht werden kann und soll, darf der DRSF, dessen Kassen offenbar gut gefüllt sind, dies eigenen Angaben zufolge nicht. Zwar ist er eine privatwirtschaftlich organisierte GmbH, unterliegt aber Auflagen des Bundesministeriums der Justiz und erfüllt eine gesetzliche Pflicht der Branche.

„Wir können nicht sagen: Juhu, die Pauschalreise ist toll!“

„Wir können nicht sagen: Juhu, die Pauschalreise ist toll!“, verweist der DRSF auf „die Pflicht, sachlich zu sein“. Dies werde sich im neuen „Insolvenzschutzlogo“ zeigen, das in diesen Tagen den Veranstaltern vorgestellt werden soll.

Christoph Debus, Chef der Dertour Group, hat in einem Beitrag auf der Presseseite der Rewe Group unterdessen einmal mehr ein Gütesiegel nach britischem Vorbild gefordert und dabei die Bedeutung des DRSF betont.

Es gehe ihm darum, „die jüngste Diskussion um den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF) richtig einzuordnen“: Der DRSF sei „richtig und notwendig“. Er stehe für Schutz, Sicherheit und Orientierung sowie für zentrale Werte für Verbraucher bei der Buchung einer Pauschalreise. Gleichzeitig sei der DRSF nur „ein Baustein eines viel größeren Sicherheitsversprechens“, ist er sich mit den Kollegen des DRSF einig.

„Wer eine Pauschalreise bucht, entscheidet sich als Verbraucher für das am besten geschützte Produkt am Markt“, verweist Debus auf „klare gesetzliche Ansprüche, einen verlässlichen Ansprechpartner vor und während der Reise sowie Unterstützung in Ausnahmesituationen wie Flugausfällen, Hotelmängeln, Extremwetterereignissen oder sogar geopolitischen Krisen“.

DRSF: Das ist die Vision des Dertour-Chefs

Seine Vision für den Fonds? „Künftig sollte der DRSF stärker als Gütesiegel für die Pauschalreise verstanden werden: ein sichtbares Zeichen dafür, dass Verbraucher nicht nur abgesichert sind, sondern bei der Buchung einer Pauschalreise auch von einem umfassenden Leistungssystem profitieren, von Krisenbetreuung bis zu verlässlichen Ansprechpartnern entlang der gesamten Reise.“ Gerade in einem „zunehmend unübersichtlichen Markt“ könne ein solches Gütesiegel Orientierung geben.

Verbraucherschutz entfalte seine Wirkung erst dann voll, „wenn er auch verständlich und erkennbar kommuniziert wird“, so Debus. Genau da „liegt meiner Überzeugung nach eine zentrale Entwicklungsstufe für den DRSF.“ Ob der Chef der Dertour Group damit auch ein erweitertes Logo meint, geht aus dem Beitrag nicht hervor.

Initiative startet Kampagne in Social Media

Bei der Initiative Pauschalreise hatte man sich offenbar zuletzt große Hoffnungen gemacht, das Thema Verbraucheraufklärung gemeinsam angehen zu können. Daraus wird offenbar nichts. Die zur ITB vorgestellte Kampagne „Pauschal genial“ soll deshalb vorerst nur über die Social-Media-Kanäle der 30 Mitglieder laufen. Für eine große Endkunden-Kampagne in anderen Medien fehlt das Geld.

Bitter ist für die Initiative Pauschalreise, dass es nicht gelungen ist, neben Schauinsland-Reisen auch die anderen Anbieter der Top vier in Deutschland mit an Bord zu holen: Alltours, Dertour und TUI fehlen in der Runde. Offizielle Aussage aus Düsseldorf: „Alltours setzt bei der Kommunikation und Stärkung der Pauschalreise auf eigene Kommunikationsmaßnahmen sowie auf die enge Zusammenarbeit mit seinen Vertriebspartnern. Eine Beteiligung an der Initiative Pauschalreise ist daher aktuell nicht vorgesehen. Eine spätere Mitgliedschaft schließen wir grundsätzlich nicht aus.“

Studie zeigt Handlungsbedarf

Wie wichtig Aufklärung zu diesem Thema ist, zeigt eine jüngst von der Initiative Pauschalreise in Auftrag gegebene Studie. Demnach haben viele Verbraucher überholte Vorstellungen von der Pauschalreise und wünschen sich Dinge, die es längst gibt. Nur 16 Prozent der befragten Personen halten „Pauschalreisen für moderner und vielfältiger als ihr Ruf“. Details zur Studie gibt es auf dieser Homepage unter dem Suchbegriff „Pauschalreise“.

Zu den Mitgliedern der Initiative gehören unter anderem Veranstalter wie Bentour, Berge & Meer, Coral Travel, LMX, Lernidee, Olimar, Schauinsland und Vtours sowie Reisebüro-Verbünde wie der AER, Suedwest Touristik und die TSS-Group. Weitere Infos finden Sie unter www.initiative-pauschalreise.de.