Weitere Touristiker machen mobil gegen Cashback

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Der Widerstand in der Touristik gegen Cashback- und Rückvergütungsaktionen wächst. Nach einer Petition von Alain Freeman, Inhaber des Reisebüros Earlybird in Bergedorf, die mehr als 4.300 Mal unterzeichnet wurde, melden sich weitere Touristiker öffentlich zu Wort und suchen nach gemeinsamen Lösungen.

So startete Tobias Zirpel am Mittwoch eine Spendenaktion auf der Plattform Gofundme.de. Er habe lange überlegt, ob er sich zum Thema Cashback äußern solle, schreibt der RTK-Manager in einem Facebook-Post. „Und ja, ich muss. Ich stelle für mich fest, dass das Thema Cashback belastet.“ Mit Provisionen von acht bis zwölf Prozent und einer realen Marge von oft nur zwei bis vier Prozent sei Cashback für viele Reisebüros wirtschaftlich nicht darstellbar. „Daran wird sich auch künftig nichts ändern – egal, wie sehr man es sich wünscht. Die großen Plattformen spielen ein anderes, ‚faules‘ Spiel mit ganz anderen Möglichkeiten. Das ist kein Versagen von uns, sondern eine strukturelle Sache.“

Um dem entgegenzuwirken, will Zirpel ein sichtbares Zeichen für Reisebüros setzen. „Wenn wir wahrgenommen werden wollen, müssen wir sichtbar sein – im Radio, im TV, in Social Media. Dort, wo heute Meinungen entstehen und Entscheidungen fallen“, schreibt er.

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Ziel: ein eigener Werbespot

Mit den Spenden plant Zirpel die Produktion eines eigenen Werbespots unter dem Motto „Weil gute Reiseberatung gesehen werden muss“. Ihm sei bewusst, dass sich die Branche nicht über Nacht verändern lasse. „Aber wir können anfangen. Und wir können zeigen, dass die Touristik zusammensteht.“ Es gehe nicht um große Summen, sondern um viele persönliche Beiträge – von Reisebüros, Kooperationen, Verbänden und Menschen, die an persönlichen Service glauben und dafür ein Zeichen setzen wollen.

Engagieren will sich auch Michael Draeger, Leiter des Reisebüros Stoffregen. Das Thema Rückvergütungen und Cashback beschäftigt ihn seit Langem. „Warum verkauft man den Wert der Touristik zum Spotpreis?“, kritisiert er. „Tourismus ist kein Sonderposten. Reisen ist etwas Schönes, etwas Besonderes und unser Job ist es, etwas Schönes zu verkaufen.“

Michael Draeger plant Runden Tisch

Draeger plant ein Treffen von Reisebüros, die sich klar gegen Rabatte und Cashback positionieren. Gemeinsam mit Kollegen und Reiseveranstaltern sollen konkrete Schritte erarbeitet werden, um sich gegen entsprechende Geschäftsmodelle zu wehren. Interessierte können sich per E-Mail an m.draeger@reiseportal24.de wenden.

Eine ähnliche Initiative hatten bereits im vergangenen Jahr Mustafa Murat Demir und sein Bruder Mehmet Demir, Inhaber des Reisebüros Magic Tours in Dinslaken, angestoßen. Auch sie sprechen sich für einen Runden Tisch mit Veranstaltern aus.

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