Wo ist das Gold?

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Blaue Wasseroberfläche auf dem Altausseer See gesäumt von waldigem Ufer, Berge in der Ferne
Im Altausseer See liegt (vermutlich) kein Goldschatz. Im nahegelegenen Toplitzsee sehr wahrscheinlich auch nicht
Eine Ausstellung im Salzstollen
erinnert an die –filmreife ­Geschichte der Kunstretter
Eine Ausstellung im Salzstollen 
erinnert an die filmreife ­Geschichte der Kunstretter. Fotos: sl, Salzwelten/Schmid

Berge, Seen, grüne Wiesen und schmucke Städtchen: Das Ausseerland im Salzkammergut gehört zweifelsohne zu den schönsten Regionen Österreichs.

Wandern, schwimmen, mit dem Boot über 
einen der glasklaren Seen fahren oder auf einer der vielen urigen Hütten eine Kaspressknödelsuppe essen – so sieht das typische Touristenprogramm rund um die kleinen und vom Tourismus noch nicht völlig überrannten Städtchen Bad Aussee und Altaussee aus.

Interessant ist auch die besondere Architektur der Region, die deutlich filigraner und weniger alpenländisch-rustikal ausfällt als im Rest des Landes. Im Frühjahr zieht das Narzissenfest zudem zahllose Besucher aus dem In- und Ausland nach Bad Aussee, das österreichische Fernsehen berichtet live.

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So weit die Basics. Interessant wird ein Urlaub im Ausseerland aber vor allem dann, wenn man sich auf die vielen Geschichten über mysteriöse Schätze einlässt, die teils tief im Inneren der Berge, teils auf dem Grund eines dunklen Sees verborgen liegen. Oder vielleicht auch nicht, das macht die Sache spannend.

Ein Ort für Glücksritter

Das größte Geheimnis birgt der mehr als 100 Meter tiefe Toplitzsee. Er liegt am hinteren Ende des deutlich größeren und touristisch gut erschlossenen Grundlsees – dort, wo die Ausläufer des Toten Gebirges eine düstere Sackgasse bilden. Ein perfekter Ort für die Nazis, um kurz vor Kriegsende noch allerhand Wertsachen in 
Sicherheit zu bringen beziehungsweise loszuwerden. Früheren Augenzeugen zufolge sollen damals Dutzende Kisten im Toplitzsee versenkt worden sein.

Gefunden wurden bislang Waffen und Munition sowie gefälschte britische Pfundnoten. Und eine Kiste mit Kronkorken, die Witzbolde in den See geworfen hatten. Nicht gefunden wurden hingegen die Goldreserven des Dritten Reichs, die der Legende nach ebenfalls vor dem Zugriff der Alliierten geschützt werden sollten. Alle Glücksritter blieben bislang erfolglos, einige starben gar bei der Schatzsuche im 
eisigen Wasser. Der Mythos lebt jedoch weiter.

Heute machen es sich Besucher nach einem 
kurzen, etwa halbstündigen Spaziergang vom Grundlsee aus in der bewirtschafteten Fischerhütte gemütlich und lesen auf Infotafeln die 
gesamte Historie nach. Geschäftsschädigend dürfte das Geheimnis um das Nazigold 
jedenfalls nicht sein.

In den Tiefen des Salzstollens

Wer einmal im Thema drin ist, kann nur wenige Kilometer entfernt gleich weitermachen mit düsteren Geschichten aus unrühmlichen Zeiten. Denn auch die tiefen Salzstollen von Altaussee schätzten die Nazis sehr. Und zwar als Zwischenlager für ihre millionenschwere Raubkunst.

Hunderte Werke, darunter Hochkaräter von 
Michelangelo, Rubens, Rembrandt, Dürer und Vermeer, wurden hier untergebracht – mit dem Ziel, nach dem Krieg das geplante „Führermuseum“ in Linz damit zu bestücken. Daraus wurde bekanntermaßen nichts, weshalb kurz vor Kriegsende der Befehl erging, die Werke samt Stollen in die Luft zu jagen. Die Altausseer Bergleute wehrten sich, retteten Kunst und Salzbergwerk und wurden zu Helden.

Diese wahre Geschichte ist schon mehrfach verfilmt worden, den besten Einblick erhält man aber natürlich im Salzstollen selbst.

Führungen bieten sich sowohl bei großer Hitze als auch bei Regenwetter an, denn im Stollen ist es zu jeder Jahreszeit gleichbleibend kühl und trocken. Auch für Familien lohnt sich ein 
Besuch: Die Guides sind gut auf Kinder ein­gestellt und die beiden langen Holzrutschen steigern die Motivation zusätzlich.

Natürlich funktioniert ein Besuch im Ausseerland auch hervorragend ohne historischen Überbau. Der mächtige, 1.837 Meter hohe Loser thront markant über dem Tal, auf vielen seiner einfachen bis anspruchsvollen Wander- und Radtouren hat man einen großartigen Blick über die umliegende Postkartenidylle bis hin zum vergletscherten Gipfel des Dachsteins.

Wer lieber in der Ebene unterwegs ist, erhält bei einer entspannten Wanderung rund um den 
Altausseer See ebenfalls die volle Ladung Panorama. An windstillen Tagen spiegeln sich die steilen Felsen im klaren Wasser – besonders schön anzusehen ist das von der Terrasse des Jagdhauses Seewiese am hinteren Ende des Sees. In der urigen Hütte wurden übrigens Teile des Bond-Films „Spectre“ mit Daniel Craig gedreht. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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