
Tioman ist ein Paradies für alle, die Ruhe und Natur suchen. Die abgelegene Insel vor der malaysischen Ostküste lockt mit weißen Stränden, glasklarem Wasser, Korallenriffen und Dschungel – und bietet jede Menge Möglichkeiten zum Schnorcheln, Tauchen und Wandern.
Eines sollte man auf Pulau Tioman niemals tun: Die Reste des Room-Service-Menüs zur Abholung vor die Tür des Bungalows stellen. Keine fünf Minuten dauert es, bis die lokalen Makaken den willkommenen Snack entdecken und eine wilde Party veranstalten. Affen gibt es überall auf der Insel, die im Grunde nichts anderes ist als ein Berg, der schroff aus dem Meer herausragt: 1.038 Meter ist der Berg Gunung Kajang hoch, und das, obwohl Pulau Tioman nur etwas größer ist als Sylt. Im Grunde ist die Insel ein einziger, steiler Dschungel, die zu großen Teilen als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Drumherum liegen weiße Strände und eine schmale Straße, die die wenigen Siedlungen miteinander verbindet. Gerade mal 2.300 Menschen leben auf dem Eiland, meist vom Tourismus oder der Fischerei.
Tioman: Abgelegen und charmant
Einfach zu erreichen ist Tioman nicht – aber genau das ist ja Teil des Charmes! Der Flughafen wird seit 2023 nicht mehr regelmäßig angeflogen, es bleibt also nur die Fähre, die ab dem Ort Mersing nordöstlich von Singapur verkehrt und nach zwei Stunden nicht immer ruhiger Fahrt die Siedlungen rund um Tioman abklappert.
Ein großer Teil der Reisenden steigt in Tekek aus. Warum lässt sich schon vom Boot aus erahnen: Glasklares Wasser in allen Türkis- und Blautönen und weißer Sand locken Schnorchler und Taucher an diesen Küstenabschnitt – und einige Resorts und Hostels in allen Preisklassen. Richtig viel los ist in Tekek trotzdem nicht: ein paar kleine Häuser stehen hier, ein paar Läden und Tauchshops, und im Hintergrund immer die steilen, grünen Hänge des Gunung Kajang. Ab und an kriecht gemütlich ein großer Waran über die Straße, knattert ein Mofa vorbei, nur die Grillen zirpen fleißig und laut.
Grandiose Unterwasserwelten
Wer die Unterwasserwelt entdecken will, bucht vor Ort eine der vielen Tauch- oder Schnorcheltouren zu den vorgelagerten Korallenriffen – oder watet einfach vom Strand ins Wasser, denn eine kleine Scheibe Brot genügt, um tausende tropische Fische blitzschnell wie aus dem Nichts herbeizulocken. Und nicht nur das: Auch Wasserschildkröten, Rochen und Oktopusse schwimmen vor Tioman vor die Unterwasserkamera. Bei Sichtweiten von bis zu 30 Metern ist eigentlich immer etwas zu sehen.
Wer es noch ein wenig einsamer haben will, fährt über die einzige Straße auf die Ostseite der Insel ins Dorf Juara – oder macht sich zu Fuß über einen 14 Kilometer langen, mitunter auch ziemlich steilen Dschungelpfad auf den Weg. Vor allem im Juni, Juli und August lohnt sich die Tour ganz besonders, denn dann schlüpfen am Strand die Wasserschildkröten. Wer ihnen besonders nahekommen will, besucht die Schildkrötenschutz-Station Juara Turtle Project, die sich um den Erhalt des Biotops kümmert und auch Freiwilligenprogramme bietet.
In jedem Fall ist Tioman zu dieser Zeit besonders gut gebucht. Während der Monsunzeit, meist von November bis Ende Februar, ist die Insel übrigens nur eingeschränkt erreichbar. Viele Unterkünfte und Restaurants sind in dieser Zeit geschlossen.



