FTI: Auswirkungen der Thomas-Cook-Pleite

Laut FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller sind bereits 80 Prozent des Thomas-Cook-Hotelportfolios bei den Münchnern buchbar
Laut FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller sind bereits 80 Prozent des Thomas-Cook-Hotelportfolios bei den Münchnern buchbar. Foto: FTI

„Man denkt, man hat schon alles erlebt, aber dann kommt es noch dicker.“ Mit diesen Worten hatte FTI-Vertriebsdirektor Ralph Schiller gestern Abend die Vorstellung der Sommerprogramme des Münchner Veranstalters eröffnet. Denn neben den Saison-Neuigkeiten interessierte die anwesenden Journalisten vor allem eins: die Pleite von Thomas Cook und die Auswirkungen auf FTI.

Die Insolvenz sei ein Drama. Es gehe um 20.000 Arbeitsplätze, um Hoteliers, die vor dem Ruin stünden, erläuterte Schiller. Trotz der Krise zeige sich aber, die Menschen wollten weiter verreisen.

Wie andere Veranstalter hat FTI das Hotelangebot erweitert. „80 Prozent des Thomas-Cook-Hotelportfolios sind bei uns bereits buchbar, zum Beispiel Häuser der Marken Iberostar, Sunrise und Casa Cook“, so Schiller. Auch wenn sie in den neuen Katalogen in der Kürze der Zeit nicht abgebildet werden konnten, so sind sie über die Systeme abrufbar. Weitere Hotels sollen bereitgestellt werden, „was in der Folge sicher auch eine Neuordnung der Marktanteile bedeutet.“ 2,5 Milliarden Euro auf dem deutschen Markt müssten neu verteilt werden. Doch wie, das werde sich erst mit der Zeit zeigen.

Den Spekulationen, FTI habe Interesse an Neckermann, schob der FTI-Vertriebsdirektor einen Riegel vor.  Und auch eine Beteiligung an Condor schlossen Schiller und FTI-Geschäftsführer Dietmar Gunz aus. „Wir haben kein Interesse an einer eigenen Airline. Das macht wirtschaftlich keinen Sinn.“

FTI selbst sei gut aufgestellt, sagte Schiller und präsentierte die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/2019. Die Gruppe werde einen konsolidierten Gesamtumsatz von voraussichtlich 4,1 Milliarden Euro erzielen – eine Steigerung von mehr als zehn Prozent. Die Umsatzzahlen im Veranstalterbereich für alle Quellmärkte liegen rund zwölf Prozent im Plus. Man habe zudem acht Prozent mehr Buchungen verzeichnet als im Vorjahr.

Sowohl für den kommenden Winter als auch für den Sommer geht FTI ebenfalls von einem guten Reisejahr aus. „Wir liegen bereits jetzt bei einem sehr guten prozentual zweistelligen Umsatzplus“, sagte Schiller.

Welche Pläne der Veranstalter für Sommer 2020 hat, lesen Sie hier.

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