
Stornierte Hotels, zu spät gezahlte Provisionen und überlastete Hotlines: Der Veranstalter Glauch Reisen mit Sitz in Viersen in Nordrhein-Westfalen scheint ins Straucheln geraten zu sein. Trotz Buchung habe bei einem ihrer Kunden kürzlich „keine Reservierung im Hotel“ vorgelegen, berichtet eine verwunderte Reiseverkäuferin in Facebook. Ein Anruf bei der Incoming-Agentur MTS in der Türkei habe ergeben, dass Glauch Reisen „alles storniert“ habe.
Andere Reiseverkäufer berichten, dass Hotels von sich aus Buchungen von Glauch storniert hätten, da der Veranstalter nicht gezahlt habe. Alles Gerüchte? Die Geschäftsführung von Glauch Reisen war nicht bereit, gegenüber touristik aktuell Stellung zu beziehen. „Schicken Sie eine E-Mail, telefonisch können wir Ihnen nicht weiterhelfen“, heißt es in der Zentrale. Die E-Mail blieb unbeantwortet.
Immerhin gab es am Wochenende Kunden-Mailings, in denen Glauch auf Fehler im Reservierungssystem hinwies. Dadurch seien Buchungen nicht ins Zielgebiet übermittelt worden, die entsprechenden Reisen müssten nun abgesagt werden.
Vor einem Monat war man bei Glauch noch etwas gesprächiger. Damals hatte das Unternehmen überraschend den Reisebüro-Vertrieb für Busreisen eingestellt. Offizielle Begründung von Vertriebsleiterin Sabine Neuenhoff war damals, dass die Kosten des Reisebüro-Vertriebs zu hoch seien. Betroffen waren rund 400 Reisebüros, von denen 200 recht erfolgreich Busreisen von Glauch verkauften.
Das sonstige Touristikgeschäft hatte Glauch von der Regelung ausgenommen – in diesem Segment ist die Zusammenarbeit mit Reisebüros bis zum heutigen Zeitpunkt gewünscht. Ob Agenturen allerdings gut beraten sind, in Viersen einzubuchen, ist derzeit unklar.




