Hohe Mahngebühren bei Thomas Cook

Zahlreiche Unternehmen verlangen Mahngebühren, die deutlich höher sind als die von den Gerichten für gerechtfertigt gehaltenenen 2,50 Euro
Zahlreiche Unternehmen verlangen Mahngebühren, die deutlich höher sind als die von den Gerichten für gerechtfertigt gehaltenenen 2,50 Euro. Foto: pixabay

Bei Thomas Cook Deutschland sorgen zu Jahresbeginn die Mahngebühren für Wirbel. Eine Umfrage des ZDF-Magazins Wiso ergab, dass Unternehmen bei Zahlungsverzug oft viel zu hohe Mahngebühren fordern. Dabei sticht laut Wiso besonders Thomas Cook heraus. Die Oberurseler verlangten die höchsten Gebühren von den 40 befragten Firmen.

„Wenn Sie Zahlungen nicht zu den vereinbarten Terminen leisten und wir Sie deshalb mahnen müssen, sind wir berechtigt, eine Mahnkostenpauschale in Höhe von 25 Euro zu erheben, wobei Ihnen der Nachweis, dass keine oder wesentlich geringere Kosten entstanden sind, unbenommen bleibt“, heißt es unter Punkt 2.2. in den AGBs mit Stand von Oktober 2014.

Auf Anfrage von touristik aktuell erfolgte von Thomas Cook Deutschland folgende Stellungnahme: „In die Berechnung der Mahngebühren werden verschiedene unternehmerische Aufwendungen einbezogen. Es sind alle die Aufwände, die im unmittelbaren Zusammenhang des Beitreibens der Forderungen entstehen.“ Ob Veränderungen bei der Höhe der Mahngebühren angedacht sind, blieb bislang unbeantwortet. Die Aussage, dass der Verbraucherzentralen Bundesverband jetzt eine Klage gegen das Unternehmen prüfe, werde zur  Kenntnis genommen, teilte Thomas Cook desweiteren mit.

Wiso hatte Unternehmen aus den Branchen Versandhandel, Energieversorgung, Telekommunikation sowie Verlage und Reiseveranstalter befragt. Zahlreiche Gerichte halten eine Höhe von 2,50 Euro für ein einzelnes Mahnschreiben für gerechtfertigt. Drei Viertel der befragten Unternehmen verlangten Mahngebühren, die über diese Höhe zum Teil weit hinaus gehen.