Manu Touristik: Schweiz-Urlaub ohne Auto

Früher war er Inhaber und Chef des Kreuzfahrtveranstalters Nicko Tours. Seit zehn Jahren etabliert er mit seinem Veranstalter Manu Touristik ein neues Reisekonzept in der Schweiz: Ekkehard Beller ist Touristiker durch und durch. Und er ist kurz davor, mit seinem aktuellen Projekt auch die deutschen Reisebüros zu erobern.

Die Idee von Manu Touristik passt zur Schweiz, deren Tourist Board dem Thema Nachhaltigkeit große Bedeutung zukommen lässt. „Swisstainable“ nennt sich das in dem Alpenland – und Manu Touristik passt perfekt in diese Philosophie.

Ein Mann hält ein Schild mit der Aufschrift 'Albula Pullman Express' in einem modernen Innenraum mit anderen Gästen im Hintergrund.
Ekkehard Beller hat den Albula Pullman Express 2026 für gleich 20 Reisen gechartert. Fotos: mg

Standortreisen mit fertigen Ausflugspaketen

Angeboten werden Standortreisen mit einem Ausflugspaket, das komplett vororganisiert ist und individuell vom Kunden genutzt wird. Das Besondere: Alle Ausflüge finden mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt.

Bisher ist Manu Touristik (fast) ausschließlich im Direktvertrieb unterwegs – und hat sich damit einen beträchtlichen Kundenstamm aufgebaut. Angeboten werden die Reisen in acht Ferien- beziehungsweise Erlebnisregionen der Schweiz – einige Standorthotels wie etwa in Davos hat Manu Touristik exklusiv unter Vertrag.

ÖPNV-Pass gehört zu jeder Reise

Bei jeder gebuchten Pauschalreise gehört ein ÖPNV-Pass genauso zum Paket wie ein detaillierter Ausflugsplan mit allen nötigen Abfahrtszeiten. Ein Reiseleiter ist digital dabei, die inkludierte „Manu-Card“ ermöglicht sogar das Ticket-freie Nutzen von Schiffen, Bergbahnen und ausgewählten Erlebniswelten.

„Wir haben zehn Jahre Aufbauarbeit hinter uns, haben sehr viel recherchiert und aktualisieren regelmäßig alle Infos“, berichtet Ekkehard Beller im Gespräch mit touristik aktuell. 2025 hätten 12.000 Gäste das Konzept von Manu Touristik genutzt und in Google über 600 Top-Bewertungen hinterlassen.

Hohe Akzeptanz für Schweizer „Öffis“

Besonders erfreut ist Beller über die hohe ­Akzeptanz der „Öffis“. Umfragen haben gezeigt, dass 70 Prozent der Gäste noch nie Urlaub ohne Auto gemacht hätten. „In der Schweiz lernen sie, dass es anders geht“, freut sich der Touristiker. Das habe freilich auch mit der großen Verlässlichkeit des ÖPNV in der Schweiz zu tun. Den klassischen Schweiz-Pass bietet der Veranstalter nicht an, denn die ausgearbeiteten Ausflüge sind immer jeweils an eine Region gebunden.

Bahn-Special: Fünf Linien als Paket

Neues Highlight sind Sonderfahrten in einem Zug, der 1929 erstmals auf Fahrt ging, später lange Zeit von der Rhätischen Bahn eingesetzt wurde und bis in die 80er Jahre durch die Schweiz rollte. Vor 25 Jahren stand er vor der Verschrottung.

Ein Verein namens „Pro Salonwagen RhB“ rettete ihn mit Spendengeldern davor, renovierte den Zug und verchartert ihn seit 1999 als Albula Pullman Express. Da das allerdings selten passierte, nutzte jetzt Manu Touristik die Chance und machte gleich einen Vertrag über die komplette Sommersaison.

Integriert ist der Zug in ein einwöchiges Paket mit anderen Schweizer Bergbahnen. Unter dem Titel „Big 5“ verknüpfen sie die Bernina-, Albula- und Oberalp-Linien mit der Davoser- und der Arosa-Linie. Die Termine für 2026 sind nahezu ausgebucht, das Paket soll es aber auch 2027 wieder geben. Dann vielleicht mit mehr Terminen und Partnerschaften mit größeren deutschen Veranstaltern. Die Gespräche laufen.