TUI-Chef Ebel: Weniger Google, Lob für Reisebüros

Ein Mann in hellblauem Hemd sitzt an einem Tisch, spricht gestikulierend mit erhobenen Händen und hat vor sich einige Dokumente liegen. Der Hintergrund ist schlicht und hell.
Klares Bekenntnis zum Reisebüro-Vertrieb: TUI-Chef Sebastian Ebel. Foto: TUI

Künstliche Intelligenz wird den Vertrieb „deutlich umkrempeln“, den Reisebüros aber nicht das Wasser abgraben. Davon ist Sebastian Ebel, Vorstandschef der TUI Group, überzeugt. „Für TUI schwindet die Bedeutung der Reisebüros nicht“, betonte der Manager in einem Interview mit der FAZ und verwies dabei nicht nur auf die 400 eigenen Filialen und 400 Franchise-Partner, sondern auch auf 700 mobile Berater unter dem TUI-Dach sowie 4.500 weitere Reisebüros mit TUI-Agentur.  

Reisebüro-Kunden buchen frühzeitig

Großer Vorteil der persönlichen Reiseberatung sei, dass durch sie oft sehr hochwertige Reisen vermittelt würden, so Ebel. Zudem würde sehr frühzeitig gebucht – und das ist bekanntermaßen für die Planungssicherheit von Veranstaltern wie TUI wichtig. Online gehe es „mehr um den kurzfristigen Abverkauf“.

Was Ebel im Interview mit der FAZ nicht sagt: Genau das ist mitunter auch das Problem der Reisebüros. Denn wenn sie ihre Kunden für frühzeitiges Buchen begeistern und anschließend online Last-Minute-Schnäppchen auf den Markt geworden werden, sind manche Kunden gar nicht begeistert – auch wenn es viele weitere Argumente für frühes Buchen gibt als nur den Preis. 

Weniger Traffic über Google

Während das Reisebüro-Geschäft bei TUI vor allem im deutschen Markt offenbar gut läuft, nimmt die Zahl der Kunden, die über Google zu TUI kommen, Sebastian Ebel zufolge ab. Dafür würden Kanäle wie Chat GPT und Tiktok „eine größere Rolle“ spielen. „Ich vergleiche das gerne mit Kodak-Filmen. Da dachte man auch lange, es werde sich nie etwas ändern. Dann wurde alles digital“, so Ebel im FAZ-Interview.

Künstliche Intelligenz sorge aus seiner Sicht für eine „Disruption“: Entweder bekämen die Kunden einen Impuls über soziale Netzwerke wie Tiktok, „weil sie dort etwas Tolles sehen. Oder sie fragen einen KI-Agenten: Ich will zwei Wochen nach Mallorca zum Golfen, mach mir einen Vorschlag.“

Das vollständige Interview mit Sebastian Ebel finden Sie auf der Homepage der FAZ.

Newsletter

Newsletter - Touristik aktuell – Reportagen und Analysen für die Reisebranche

Bildergalerien

Meistgelesen

Qatar Airways streicht Deutschland-Flüge

Qatar Airways reduziert ihr Flugangebot nach Deutschland ab März 2026 deutlich. Insgesamt neun wöchentliche Verbindungen fallen weg, mit Einschnitten vor allem in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Hintergrund sind Kapazitätsanpassungen und Wartungsarbeiten am Flughafen Doha.

Bistro Portal: Reiseexpertin startet Petition

Die geplante Abschaltung der Funktion „Nur Hotel“ im Bistro Portal sorgt für großen Unmut in Reisebüros. Eine Münchner Reiseexpertin startete eine Petition, die bereits über 1.300 Unterstützer hat – viele fürchten deutliche Nachteile durch die neue Maske „Hotels & Mehr“.

Mietwagen: Starcar steht vor dem Aus

Der Autovermieter Starcar steht vor der Abwicklung, da bislang kein Investor gefunden wurde. Etwa 1.100 Arbeitsplätze könnten betroffen sein. Trotz Insolvenz läuft der Betrieb an den Standorten vorerst weiter, jedoch sind Einschränkungen ab Januar 2026 geplant.

Amadeus rudert zurück: „Nur Hotel“ bleibt bestehen

Nach massiver Kritik aus den Reisebüros stoppt Amadeus die geplante Abschaltung des Moduls „Nur Hotel“. Stattdessen laufen beide Tools vorerst parallel weiter. Eine Petition aus dem Counter hatte den Druck zuletzt deutlich erhöht.

In eigener Sache: touristik aktuell mit neuer Website

Die Webseite touristik aktuell präsentiert sich ab sofort mit einem neuen Design und verbesserter Struktur dank des Umstiegs auf Wordpress. Rund 20.000 Artikel wurden bereits migriert, weitere folgen. Der Newsletter erscheint ebenfalls in neuem Layout und bleibt ein täglicher Begleiter.

Tarifverhandlungen: Verdi stellt Ergebnis vor

Nach langen Verhandlungen steht die Touristikbranche vor einem neuen Tarifabschluss – dem ersten seit 2018. Es gibt deutliche Gehaltserhöhungen, Einmalzahlungen und erfolgsabhängige Zulagen. Was das im Detail bedeutet.
×