DB: Baustelle Berlin–Hamburg dauert länger

Das ist eine bittere Nachricht für Bahnreisende zwischen Hamburg und Berlin: Die im August vergangenen Jahres gestartete Großsanierung der wichtigen Fernstrecke zwischen beiden Metropolen wird nicht wie geplant Ende April 2026 beendet sein. Grund ist der unerwartet starke und anhaltende Wintereinbruch im Nordosten Deutschlands.

Auf dem Foto sind schneebedeckte Bahngleise an einem Bahnhof der Deutschen Bahn zu sehen, mit Bauarbeiten und Arbeitsfahrzeugen an den Gleisen. Die winterliche Landschaft zeigt, wie der Zugverkehr im Winter durch Schnee und Kälte beeinträchtigt werden kann.
Der anhaltende Winter bremst die Sanierung der Strecke Berlin–Hamburg aus. Foto: Deutsche Bahn

Viele Arbeiten ruhen seit Wochen

Wegen der dauerhaft niedrigen Temperaturen können seit Ende Dezember bestimmte Arbeiten technisch nicht durchgeführt werden, wie Deutsche Bahn mitteilt. Da zum Beispiel Kabelkanäle vereist und teils zugefroren seien, könnten Kabel für die Signal- und Stellwerkstechnik nicht wie geplant verlegt werden. Auch Arbeiten an Oberleitungen und die Montage von Weichenantrieben sowie Signalanlagen seien seit Wochen witterungsbedingt nicht möglich.

„Fakt ist, dass wir bei der Montage der Leit- und Sicherungstechnik aktuell hinter dem Zeitplan liegen“, sagt Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte bei der DB-Tochter Infra Go. „Das ist eine bittere Nachricht, aber es ist uns wichtig, transparent darüber zu informieren. Gemeinsam mit unseren Baupartnern setzen wir in den nächsten Wochen alles daran, den Rückstand so gut wie möglich aufzuholen.“

Anzeige
26-06 - 26-09 Sandals ContentAd Banner

„Wechselwirkungen“ mit Streckensanierung Hamburg–Hannover

Zunächst muss laut Bahn aber der stark durchgefrorene Boden vollständig wieder auftauen, woraufhin die verschobenen Arbeiten neu eingetaktet werden. Daher nennt die DB keinen neuen Termin für die Wiedereröffnung der Rennstrecke Berlin–Hamburg, kündigt aber an, bis zum 13. März ein Konzept für die Inbetriebnahme zu erarbeiten.

Dabei muss ein weiteres, sich abzeichnendes Problem mit entsprechenden „Wechselwirkungen“ berücksichtigt werden: Die ab 1. Mai geplanten, umfangreichen Sanierungsarbeiten auf der Strecke Hamburg–Hannover. Auch diese Maßnahmen müssten bei einer Anpassung des Zeitplans für die Inbetriebnahme der Strecke Hamburg–Berlin neu eingetaktet werden, damit die Umleitungskonzepte für den Fern- und Güterverkehr weiterhin funktionierten, so die Deutsche Bahn.

×