Fischer Air will Flüge bis Mitte Mai stornieren

Das bisher missglückte Comeback von Fischer Air mit wiederholten Flugstreichungen und -verschiebungen sorgt für viel Frust bei Kunden, die bei der Airline von Vaclav Fischer gebucht haben. Nun hat sich der Gründer von Fischer Reisen nach Monaten des Schweigens endlich zu Wort gemeldet.

Auf dem Bild ist ein weißes Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Fischer Air im Flug zu sehen, deutlich erkennbar durch das große Firmenlogo auf dem Winglet und dem Rumpf. Das Flugzeugmodell ist eine Boeing 737-800, die vor blauem Himmel abgebildet ist.
Wird Fischer Air im Frühjahr starten? Jetzt hat sich der Gründer zu Wort gemeldet. Foto: Fischer Air

Grund: Zu wenig Buchungen

In einer Stellungnahme gegenüber der Bild-Zeitung kündigt der bekannte deutsch-tschechische Touristiker an, den Flugbetrieb im Mai 2026 mit einer Boeing 737-800 aufzunehmen. Ein zweites Flugzeug soll im November folgen. Eigentlich wollte Fischer Air am Flughafen Kassel-Calden kurz vor Weihnachten mit einem Premierenflug auf die Kanaren starten. Dann verschob sich der Start wegen zu geringer Auslastung mehrmals, hieß es im Januar in einem Bericht der Zeitung HNA. Auch ab Hamburg und Friedrichshafen will die Airline Kanaren-Flüge anbieten.

Fischer berichtet nun, dass er bis Mai Flüge von verschiedenen Fluggesellschaften in Irland, Kroatien und der Slowakei gechartert habe beziehungsweise dies vorgehabt habe. Nun erwäge er, „alle Flüge bis Mitte Mai zu stornieren“. Der Grund „Wir haben in den letzten Wochen keine neuen Buchungen erhalten, und die Anzahl der Gäste, die Flüge ab Kassel bis Mitte Mai gebucht haben, ist extrem niedrig“, heißt es in dem Statement.

Fischer spricht von „Diffamierungskampagne“

Der bislang maue Zuspruch ist aber auch nicht erstaunlich. Die immer wieder verschobenen Flüge, Ungereimtheiten bei den Flugplänen, fehlende Transparenz und Kontaktmöglichkeiten für Kunden sowie Berichte über eine Briefkastenfirma am Bodensee-Airport Friedrichshafen wirken alles andere als seriös. Inzwischen steht das Unternehmen auch im Fokus der hessischen Verbraucherzentrale, die rechtliche Schritte prüfen will.

Fischer selbst erklärt, die zahlreichen Stornierungen seien durch negative Medienberichte ausgelöst worden. Gegenüber dem Flug-Fachportal CH-Aviation bezeichnete er die Berichterstattung als „Diffamierungskampagne eines Wettbewerbers“. Zugleich begründet Fischer Air die Verzögerung mit dem laufenden Zertifizierungsverfahren in der Slowakei. Bislang hat die Fluglinie noch keine Betriebsgenehmigung (Air Operator Certificate) erhalten.