Deutsche Bahn: Jeder zwölfte Fernzug fällt aus

Ein weißer ICE der Deutschen Bahn fährt auf einem Gleis in eine Kurve, während im Hintergrund ein weiterer Zug auf einem parallelen Gleis zu sehen ist.
Im ersten Halbjahr 2026 fiel jeder zwölfte Zug auf der Fernstrecke aus. Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Die Deutsche Bahn kämpft im Fernverkehr weiter mit Verspätungen und Zugausfällen. Im ersten Halbjahr 2026 fiel rund jeder zwölfte Fernzug ganz oder teilweise aus. Auch bei der Pünktlichkeit bleibt die Bilanz ernüchternd.

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr 2026 im Fernverkehr erneut keine gute Bilanz vorgelegt. Viele Fernzüge waren verspätet unterwegs, gleichzeitig nahm der Anteil der ausgefallenen Verbindungen deutlich zu. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA), die sich auf eine Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag bezieht.

Zugausfälle und Streiks

Der Antwort zufolge fiel im ersten Halbjahr 2026 rund jeder zwölfte Fernzug aus. Insgesamt seien acht Prozent der Fernzüge ganz oder auf einem Teil der Strecke ausgefallen, heißt es. Das entspreche einem Anstieg um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

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Seit 2019 wurde nur im ersten Halbjahr 2024 ein höherer Wert verzeichnet. Nur im ersten Halbjahr 2024 war der Anteil der Zugausfälle noch höher. Damals waren zwölf Prozent der Fernzüge ganz oder teilweise ausgefallen. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums war dieser außergewöhnlich hohe Wert unter anderem auf Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zurückzuführen.

Pünktlichkeit: Ernüchternde Bilanz im Fernverkehr

Auch bei der Pünktlichkeit fällt die Bilanz der Bahn ernüchternd aus. Nach Angaben des Konzerns waren in den ersten sechs Monaten dieses Jahres lediglich im Schnitt 58,7 Prozent der Fernzüge pünktlich. Die ausgefallenen Züge werden in der Pünktlichkeitsstatistik der Deutschen Bahn nicht berücksichtigt. Die Zahl der tatsächlich nicht planmäßig verkehrenden Züge kommt somit zu den Verspätungen hinzu.

Im Nahverkehr waren dagegen rund 85 bis 89 Prozent der Züge pünktlich. Als pünktlich gilt laut Deutscher Bahn ein Zug in der betrieblichen Statistik, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Bei der Reisendenpünktlichkeit wird die tatsächliche Ankunft der Fahrgäste am Ziel berücksichtigt – einschließlich verpasster Anschlüsse und Zugausfällen. Hier gilt eine Toleranz von 14 Minuten und 59 Sekunden.