DB wehrt sich gegen Öffnung des Fernverkehrs

Ein dunkelroter Italo-Hochgeschwindigkeitszug steht an einem Bahnsteig unter einer Oberleitung. Der Schriftzug Italo ist deutlich an der Seite zu sehen.
Italo will bereits in zwei Jahren auf deutschen Fernstrecken unterwegs sein. Foto: Italo

Der italienische Zugbetreiber Italo will der Bahn auf deutschen Fernstrecken Konkurrenz machen, die Bundesnetzagentur hat vor Kurzem die Voraussetzungen dafür geschaffen. Jetzt wehrt sich der DB-Konzern.

Die Deutsche Bahn geht gegen einen Beschluss der Bundesnetzagentur vor, auf stark genutzten Fernverkehrsstrecken Konkurrenten deutlich mehr Kapazitäten zu überlassen. Medienberichten zufolge will die Infrastruktur-Tochter DB Infra Go ein entsprechendes Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln anschieben.

Mitte Juli hatte die Netzagentur entschieden, dass Infra Go auf stark ausgelasteten Strecken in Deutschland künftig nicht mehr als 60 bis 75 Prozent der Kapazitäten an ein einzelnes Unternehmen vergeben darf. Nach Ansicht der Bahn werden dadurch die Konflikte über die Nutzung bestimmter Trassen deutlich zunehmen. Daraus entstünden rechtliche und praktische Probleme für die Bewirtschaftung der Trassenkapazitäten.

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Luftaufnahme der Küstenregion Kekova bei Antalya mit Booten im türkisfarbenen Wasser, überlagert mit dem Logo der anex gruppe und Textbausteinen.

Bahn befürchtet Streckenstreichungen

Skeptisch hatte sich zuvor auch schon DB-Chefin Evelyn Palla gezeigt. Zwar sei Wettbewerb immer „eine gute Nachricht“, man müsse jedoch aufpassen, „dass am Ende nicht auf einigen wenigen Strecken ein neuer Anbieter fährt, während wir in der Fläche Verbindungen verlieren“, so Palla.

Damit sprach sie das aus, was passieren könnte, wenn die DB profitable Rennstrecken teils an neue Konkurrenten abgeben muss: Weniger ertragreiche Relationen könnten möglicherweise nicht mehr quersubventioniert werden und fallen weg.

Italienischer Konkurrent Italo vor Markteintritt

Vor einigen Wochen hatte der italienische Zugbetreiber Italo angekündigt, erheblich in die Expansion auf den deutschen Markt zu investieren. Über zwei Dutzend Schnellzüge hat der seit Jahren in der Heimat aktive Konkurrent der Staatsbahn-Marke Trenitalia bei Siemens bestellt, bereits 2028 will er erste Verbindungen zwischen München und der Rhein-Ruhr-Region sowie Berlin und Hamburg anbieten. Insgesamt investiert Italo für den geplanten Markteintritt nach eigenen Angaben rund 3,6 Milliarden Euro.

Einen ausführlichen Bericht zu diesem Thema lesen Sie auch in der neuen Ausgabe von touristik aktuell (ta 16/2025), die ebenfalls als E-Paper erhältlich ist.