
Castlelake ist raus, Apollo macht das Rennen: Der US-Investor steigt groß beim Billigflieger Easyjet ein. Der Deal ist 6,7 Milliarden Euro schwer.
Im Bieterwettbewerb um den britischen Billigflieger Easyjet hat nun der US-Investor Apollo Global Management das Rennen gemacht. Wie Easyjet mitteilte, habe man sich „über die Bedingungen einer empfohlenen Barübernahme“ geeinigt. Dabei werde Fluggesellschaft wie schon berichtet mit umgerechnet rund 6,7 Milliarden Euro bewertet.
Konkret soll Apollo einen Anteil von maximal 49,9 Prozent übernehmen können. Die bisherigen Easyjet-Aktionäre, darunter die Familie des Airline-Gründers Stelios Haji-Ioannou, erhalten den Angaben zufolge zwischen 45,1 und 49,9 Prozent. Bis zu fünf Prozent sollen über einen Treuhänder auf Beschäftigte entfallen. Damit wären die EU-Vorgabe erfüllt, wonach eine in Europa ansässige Fluggesellschaft mehrheitlich im Besitz europäischer Aktionäre bleiben muss.
Kein Gebot mehr von Mitbewerber Castlelake
Zuvor hatte sich der einzige Mitbewerber, die US-Investmentgesellschaft Castlelake, selbst aus dem Rennen genommen. Das Unternehmen kündigte an, kein Angebot mehr für Easyjet einzureichen. Castlelake hatte längere Zeit und mit mehreren Übernahmeangeboten bei der Fluggesellschaft für einen Einstieg geworben. Mitte Juli wurde dann aber bekannt, dass sich Easyjet im Grundsatz mit Apollo geeinigt habe.
Branchenexperten zufolge dürfte das für den zweitgrößten Low-Cost-Carrier zunächst Kontinuität bedeuten. Apollo will nach eigenem Bekunden die Marke erhalten, weiter investieren und insbesondere Flotte, Netzwerk sowie den auch in Deutschland aktiven Veranstalter Easyjet Holidays ausbauen. Eine schnelle Zerlegung erscheine damit zunächst weniger wahrscheinlich, heißt es etwa von der Unternehmensberatung Argon & Co.
Viele Flugstrecken auch in Deutschland
Ebenso wie der größte Konkurrent Ryanair ist auch Easyjet für den deutschen Flugmarkt wichtig. Die Airline bedient zahlreiche Strecken und verfügt in Berlin über eine bedeutende Basis. Die Flotte umfasst momentan rund 360 Maschinen der Airbus-A320-Familie. Zu den attraktivsten Vermögenswerten zählen außerdem Slots in europäischen Metropolen wie London, Mailand und Genf.



