Fischer Air: Verbraucherzentrale prüft rechtliche Schritte

Anzeige
26-06 - 26-07 Discover Airlines Superbanner Banner

Das durch zahlreiche Flugstreichungen und -verschiebungen inzwischen mehr als zweifelhafte Comeback von Fischer Air zieht weitere Kreise. Mittlerweile beschäftigen sich auch Verbraucherschützer mit dem Fall. Denn inzwischen sind mehrere Kunden, die bei der Airline gebucht und nach Stornierungen ihre Tickets bislang nicht erstattet bekommen haben, von dem seltsamen Geschäftsgebaren betroffen.

„Irreführende Werbung“ wird geprüft

Mit Blick auf die Vorgänge am Flughafen Kassel, an dem laut Ankündigung der Fluggesellschaft die meisten Fischer-Air-Flüge starten sollen, prüft die Verbraucherzentrale Hessen nun, inwieweit das Vorgehen von Fischer Air „eine irreführende Werbung“ ist, wie der Hessische Rundfunk (HR) berichtet. Wäre dies der Fall, könnten rechtliche Maßnahmen gegenüber der Fluggesellschaft eingeleitet werden.

Die Buchungsseite von Fischer Air bezeichnet Olesja Jäger, Referentin für Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale, als „unseriös“ – auch weil es keine Möglichkeit gebe, den Anbieter zu kontaktieren. Dies sei eher unüblich für die Branche. Auch touristik aktuell stellte wiederholt Anfragen an die Fluglinie von Vaclav Fischer, den Gründer von Fischer Reisen – bisher ohne Erfolg.

Anzeige
26-06 - 26-09 Sandals ContentAd Banner

„Flughafen nicht in der Pflicht

Den Kasseler Airport, der die Flüge auch weiterhin auf seiner Website bewirbt, sieht die Verbraucherzentrale allerdings nicht in der Pflicht. Erstattungsansprüche gegenüber dem Flughafen hätten Betroffene nicht, so Olseja Jäger. Dieser stelle nur die Infrastruktur bereit, die primäre Verantwortung liege bei der Fluggesellschaft.

Wohl aber kritisiert die Verbraucherschützerin, wie die Reisen angepriesen werden. „Der Flughafen wirbt mit Fischer Air und dass die Flüge startklar sind“, so Jäger gegenüber dem HR. Das erwecke beim Verbraucher den Eindruck, dass „hier Flüge starten“.

Der Flughafen Kassel hingegen verteidigt sein Vorgehen. Geschäftsführer Lars Ernst sieht in der Bewerbung der Flugverbindungen weder eine „Empfehlung noch eine inhaltliche Bewertung einzelner Anbieter“. Auch bei den Buchungen sieht er den Airport nicht in der Pflicht. Demnach sei man keine Vertragspartei und gebe weder „Empfehlungen zu Zahlungs- noch zu Buchungsvorgängen bei Drittanbietern“.

Reisebüros fürchten um ihren Ruf

Auch Reisebüros in der Region blicken mit Skepsis auf den Fall Fischer Air. Man verliere das Vertrauen der eigenen Kundinnen und Kunden, wenn gebuchte Reisen erst beworben und dann storniert würden, so der Tenor. Dazu habe auch die negative Berichterstattung Menschen abgeschreckt, überhaupt ab Calden zu buchen. Namentlich genannt werden wollte laut HR-Bericht übrigens keines der Reisebüros – aus Sorge, das eigene Geschäft zu schädigen.

×