Bei einem erneuten schweren Zugunglück in Spanien sind am Mittwoch mindestens 64 Fahrgäste gestorben. Die Strecke zwischen Madrid und Andalusien wurde gesperrt.

Erneut ein schweres Zugunglück in Spanien: Nach dem Zusammenstoß zweier Schnellzüge in der zentralspanischen Provinz Toledo ist die Zahl der Toten auf über 60 gestiegen. Zudem sollen mindestens 80 Menschen verletzt worden sein, 50 davon schwer. Die Strecke zwischen der Hauptstadt Madrid und der südlichen Region Andalusien wurde gesperrt.
Der Unfall ereignete sich Medienberichten zufolge am Mittwochmorgen kurz vor 9 Uhr zwischen den Gemeinden Urda und Orgaz. Aufgrund einer Signalstörung soll ein Schnellzug des Betreibers Iryo in der Nähe von Toledo zum Stehen gekommen sein, als er von einem anderen Hochgeschwindigkeitszug der Bahngesellschaft Renfe von hinten gerammt wurde. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs.
Vor Ort ein Bild der Verwüstung
Durch die Wucht des Aufpralls entgleisten mehrere Waggons beider Züge. Vor Ort zeigen Aufnahmen ein Bild der Verwüstung, zahlreiche Rettungskräfte sind im Einsatz, um in den Trümmern nach Überlebenden zu suchen. Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitere Opfer geborgen werden, sagte der Präsident der Region Kastilien-La Mancha, Emiliano Garcia-Page. Ob unter den Opfern auch Ausländer waren, ist bislang nicht bekannt.
Unklar ist bislang auch die genaue Unfallursache. Ersten Ermittlungen zufolge könnte es menschliches Versagen sein. Laut Medienberichten soll ein Mitarbeiter der zentralen Leitstelle dem Renfe-Schnellzug die Weiterfahrt in Richtung Sevilla erlaubt haben, obwohl noch der Zug von Iryo die Gleise blockierte. Nach Angaben der Regionalregierung sollen im Iryo-Zug rund 150 Fahrgäste und im anderen Zug knapp 400 Personen an Bord gewesen waren.
Bereits im Januar gab es ein großes Unglück
Bereits Mitte Januar war es in Spanien zu einem schweren Zugunglück gekommen. Bei Adamuz in der Provinz Cordoba entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Zug von Renfe zusammen. Bei dem Unglück kamen 46 Menschen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt. Die Schnellzugverbindung zwischen Madrid und Malaga war danach monatelang unterbrochen.


