Mi 09.03.16

ITB: Wird 2016 ein Last-Minute-Jahr?


In der Türkei bleiben derzeit die Liegestühle oft  leer - viele Veranstalter hoffen auf ein starkes Last-Minute-Geschäft.<br>Foto: Soundmixmaschine Berlin/pixabay

In der Türkei bleiben derzeit die Liegestühle oft leer - viele Veranstalter hoffen auf ein starkes Last-Minute-Geschäft.
Foto: Soundmixmaschine Berlin/pixabay

Preise drücken, Charter-Kapazitäten justieren und Hotelbetten in gefragten Zielen aufstocken – auf der Berliner ITB herrscht in diesem Jahr eine nervöse Betriebsamkeit. Der Grund: Über alles hinweg fehlen dem Markt rund 800.000 Buchungen für den Sommer 2016.

Nachdem das Geschäft vor allem im stationären Reisevertrieb im Februar deutlich anzog, stehen derzeit zwei Fragen im Raum: Setzt sich die Erholung im März fort? Und folgt am Ende ein Last-Minute-Geschäft, mit dem (fast) alles wieder ins Lot kommt?

Die Meinungen darüber sind gespalten. „Die Deutschen sitzen nicht alle auf gepackten Koffern. Aber ich bin sicher, dass sie ihre Koffer noch packen werden“, zeigte sich BTW-Präsident und Ex-TUI-Chef Michael Frenzel auf der ITB optimistisch. Dem schließt sich DRV-Präsident Norbert Fiebig an: „Der Buchungsmotor hat Fahrt aufgenommen“, sagte er im Vorfeld der weltgrößten Reisemesse.

Klar ist: Wenn das Geschäft anziehen soll, muss dies in jenen Zielen erfolgen, die derzeit vom Erfolg ausgenommen sind. Denn Spanien, Italien, Portugal und Deutschland laufen bereits so gut, dass kurzfristig kaum noch etwas zu holen sein wird.

Alltours-Chef Willi Verhuven rechnet denn auch nicht mit einem Last-Minute-Jahr. Für das westliche Mittelmeer werde es aufgrund der starken Nachfrage keine entsprechenden Angebote geben. Und für die Türkei und Ägypten seien die Preise schon jetzt auf Last-Minute-Niveau.

Davon ist auch Traffics-Chef Salim Sahi überzeugt. „Wer im Sommer in die Türkei oder nach Ägypten reisen möchte, sollte jetzt buchen und nicht in letzter Minute“, betonte der Touristikexperte in einem Interview mit RTL. Denn falls das Geschäft nicht bald anziehe, würden weitere Airlines ihre Kapazitäten nach unten abfahren.

„Für beide Länder sind die Preise derzeit auf einem Niedrigstand“, so Sahi. Wer nun denke, dass sie auch künftig so günstig bleiben, könne sich gewaltig irren. „Wenn die Airlines ihre Angebote zurückfahren, steigen die Preise in Kürze wieder“, ist der türkischstämmige Manager überzeugt.

Vor allem für Ägypten scheint dies zuzutreffen: „Wir beobachten schon jetzt fehlende Flugkapazitäten nach Hurghada“, berichtet Thomas Rolf von Fox Tours. „Die Flüge sind voll“, beteuert auch FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller, der mit seinem Unternehmen die größten Ägypten-Kontingente in den Markt stellt.

In Richtung Türkei sind die meisten Veranstalter dagegen entspannt: Es gebe genügend Carrier, die jede Chance nutzen würden, sagte TUI-Manager Stefan Baumert schon vor Wochen. Condor-Chef Ralf Teckentrup hatte damals angekündigt, Flugverbindungen nach Antalya in Richtung Spanien umzurouten. Die Pläne wurden inzwischen umgesetzt.

Dessen ungeachtet glauben nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Ulysses vor allem Online-Kunden an ein starkes Last-Minute-Jahr. 18,8 Prozent der Befragten planen demnach 2016, ihren Urlaub kurzfristig zu buchen. Im vergangenen Jahr waren es nur 14,4 Prozent.

Damals allerdings war Spanien laut Ulysses beliebtestes Last-Minute-Ziel und konnte sogar Deutschland von Platz eins verdrängen. Beide Länder dürften allerdings in diesem Jahr vor allem in der Hochsaison lange vorher ausgebucht sein.

 

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