Bentour-Chef Ugur: Die Türkei muss aufwachen

Unzufrieden mit der Tourismuspolitik seines Landes: Kadir Ugur, Gründer und Inhaber von Bentour
Unzufrieden mit der Tourismuspolitik seines Landes: Kadir Ugur, Gründer und Inhaber von Bentour. Foto: mg

Bis zu einer neuen türkischen Regierung wird es nach dem Scheitern der jüngsten Koalitionsverhandlungen und den anstehenden Neuwahlen im Herbst noch dauern. Doch die Aufgaben des künftigen Tourismusministers sind schon jetzt klar definiert. „Die künftige Regierung muss umdenken und wieder mehr in den Tourismus investieren – vor allem in das Marketing“, fordert Kadir Ugur, Gründer und Inhaber des Spezialveranstalters Bentour Reisen.

Die Entscheidung der bisherigen Regierung in Ankara, die Werbeausgaben drastisch zurückzufahren, hätte maßgeblich zu den Schwierigkeiten im laufenden Touristikjahr beigetragen, so Ugur. Problematisch sei zudem für Hoteliers und Veranstalter die „deutlich gestiegene Bürokratie“. Die aktuell schwierige Lage des Türkei-Tourismus sei auch „das Ergebnis dessen, was in Ankara gesät wurde“, so der Bentour-Gründer, der seit über 40 Jahren erfolgreich im Türkei-Tourismus aktiv ist.

Ugur zufolge ging das Marketing-Budget der Türkei für die europäischen Quellmärkte im vergangenen Jahr von 120 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro zurück. „Das muss schnell wieder aufgestockt werden, und zwar auf 150 Millionen Euro“, so der Bentour-Chef. Nur so könne das Geschäft nachhaltig angekurbelt werden.

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Aus Sicht von Ugur ist es „eine fatale Fehleinschätzung“, dass sich die Nachfrage für Urlaub in der Türkei aus dem deutschen Quellmarkt heraus normalisiert habe: „Die Gästezahlen stimmen, aber die Preise sind deutlich unter den Erwartungen.“ Die Türkei sei 2015 zum Last-Minute-Land geworden – „dank unseres Ministeriums“, kritisiert Ugur. Die Gründe dafür seien neben dem fehlenden Marketing ein verschlechtertes Image sowie eine Sicherheitslage, die viele potenzielle Urlauber verunsichere.

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