Wissenschaftler erwarten eine starke El-Niño-Saison. Auf den Galapagos-Inseln zeigt sich besonders deutlich, wie gegensätzlich das Klimaphänomen wirken kann: Während die Vegetation an Land aufblüht, gerät die Meeresfauna unter Nahrungsdruck.

Wissenschaftler sagen eine außergewöhnlich starke El-Niño-Saison voraus. Das Klimaphänomen, bei dem sich das Oberflächenwasser im tropischen Pazifik ungewöhnlich stark erwärmt, kann weltweit Wetterextreme wie Hitze, Dürren und Starkregen begünstigen. Nirgendwo auf der Welt seien die Auswirkungen so faszinierend und gegensätzlich wie auf den Galapagos-Inseln – das zumindest ist die Einschätzung des Veranstalters Galapagos Pro, der zu Lernidee Erlebnisreisen gehört.
Die wärmere Meeresoberfläche führt auf den Galapagos-Inseln zu verstärkter Verdunstung und häufigen Niederschlägen auf den sonst trockenen Inseln. Die vulkanischen Landschaften verwandeln sich in grüne Flächen, Pflanzen und Kakteen wachsen rasant. Riesenschildkröten, Landleguane und Landvögel profitieren vom reichhaltigen Nahrungsangebot an Blättern, Samen und Insekten, was deren Fortpflanzung begünstigt.
Nahrungskrise unter Wasser
Im Meer kehrt sich das Bild um. Normalerweise transportiert der kalte Humboldtstrom nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche, von dem Plankton, Algen und Fische leben. Bei El Niño flauen die Passatwinde ab, warmes Wasser blockiert diesen Auftrieb. Die Plankton- und Algenpopulation bricht zusammen, Fischbestände schrumpfen. Seelöwen und Pinguine finden weniger Nahrung, die Grünalgen der Meerechsen sterben im warmen Wasser ab. Viele Meerestiere stellen die Fortpflanzung vorübergehend ein, die Sterblichkeit bei Jungtieren steigt.
Welche konkreten Auswirkungen die diesjährige El-Niño-Saison haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Galapagos-Inseln zu den Regionen gehören, die Veranstalter wie Dertour, Gebeco und Ikarus Tours besonders im Blick haben. Bislang sehen die Veranstalter keinen Grund zur Beunruhigung: Krisenprozesse, Frühwarnsysteme und Expertenwissen stehen bereit.



