Nach den schweren Ausschreitungen infolge des Todes eines führenden Drogenkartellchefs hat Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum die Bürger zur Besonnenheit aufgerufen. Über die Plattform X appellierte sie an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und sich aus verlässlichen Quellen zu informieren. Das Sicherheitskabinett halte die Öffentlichkeit über seine digitalen Kanäle kontinuierlich über die aktuelle Lage auf dem Laufenden. In großen Teilen des Landes laufe das öffentliche Leben jedoch weiterhin normal. Zugleich dankte Sheinbaum der Armee, der Nationalgarde, den Streitkräften und dem Sicherheitskabinett für ihren Einsatz.
Der einflussreiche Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes, bekannt als „El Mencho“, war am 22. Februar bei seiner Festnahme im Bundesstaat Jalisco ums Leben gekommen. Sein Tod hatte landesweit gewaltsame Proteste ausgelöst. In mehreren Bundesstaaten setzten Anhänger des Drogenbosses Fahrzeuge, Banken, Tankstellen und Geschäfte in Brand und errichteten zahlreiche Straßensperren. Auch touristisch stark frequentierte Orte an der Pazifikküste waren von den Unruhen betroffen.

Auswärtiges Amt: Vergeltungsmaßnahmen können nicht ausgeschlossen werden
Die Unruhen hatten unter anderem auch Auswirkungen auf den internationalen Flugverkehr. Mehrere Airlines wie beispielsweise Air Canada, Aeromexico und United Airlines strichen zahlreiche Verbindungen.
Auch die Bundesregierung reagierte. Das Auswärtige Amt passte seine Sicherheitshinweise an. Wie die Behörde mitteilt, habe sich die Lage inzwischen beruhigt, bleibe jedoch „dynamisch“. Aktuell seien in Mexiko-Stadt und auf der Halbinsel Yucatan, einschließlich Cancun und Riviera Maya, keine Beeinträchtigungen bekannt. Die Flughäfen seien landesweit geöffnet. In Jalisco könne es jedoch zu Flugausfällen kommen. Zudem seien weitere Vergeltungsmaßnahmen und Gewalt nicht auszuschließen, heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes, das zusätzlich zu den bestehenden Sicherheitshinweisen von nicht notwendigen Reisen nach Jalisco, Puerto Vallarta und Guadalajara sowie nach Guanajuato, Michoacan und Tamaulipas abrät.
Das Amt empfiehlt Reisenden, die Entwicklung der Lage in den Medien zu verfolgen und öffentliche Bekanntmachungen zu beachten. Wer sich in den genannten Gebieten aufhalte, beispielsweise in einem Hotel, solle bis auf Weiteres dort bleiben und „auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten“ verzichten.
Zudem empfiehlt die Behörde, vor der Abreise zu überprüfen, ob der Flug planmäßig stattfindet. Menschenansammlungen und Örtlichkeiten, an denen Polizeieinsätze stattfinden, sollten gemieden und Straßensperrungen beachtet werden. In Notfällen sollte die Notrufnummer 911 gewählt werden.


