Nach dem Bekanntwerden von Infektionen mit dem Nipah-Virus bei zwei Mitarbeitern eines Privatkrankenhauses in Indien haben mehrere Länder in Asien ihre Gesundheitskontrollen an Grenzen und Flughäfen ausgeweitet. Hintergrund sind Befürchtungen vor einer möglichen weiteren Ausbreitung der Krankheit, die durch Fledermäuse übertragen wird und auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann.
Indische Behörden haben nach Angaben des Krisenfrühwarnunternehmens A3M alle bekannten Kontaktpersonen der Infizierten in Quarantäne geschickt. Ein Impfstoff oder eine spezifische Therapie gegen das Nipah-Virus existiert bislang nicht; die Sterblichkeitsrate wird mit 40 bis 75 Prozent angegeben.
Gesundheitskontrollen an Flughäfen und Grenzen
Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Reisebewegungen zum chinesischen Neujahrsfest am 17. Februar haben zahlreiche Staaten präventive Maßnahmen ergriffen. Laut A3M variieren die Einschränkungen je nach Land und betreffen vor allem internationale Flughäfen sowie Grenzübergänge zu Indien.
Thailand verlangt von Einreisenden aus definierten Risikogebieten das Ausfüllen eines Gesundheitsformulars; an den Flughäfen Bangkok und Phuket kommen Temperaturmessungen und Wärmebildkameras zum Einsatz. Nepal hat die Gesundheitskontrollen an mehreren Grenzübergängen zu Indien verstärkt. Pakistan führt an allen Grenzposten medizinische Checks durch und verlangt Angaben zum Reiseverlauf der vergangenen 21 Tage.
Unterschiedliche Regelungen je nach Reiseland

Auch Singapur und Hongkong haben punktuelle Kontrollen für Reisende aus Indien eingeführt, während Vietnam am Flughafen Ho-Chi-Minh-Stadt gezielte und stichprobenartige Gesundheitschecks durchführt. In Indonesien gelten Temperaturkontrollen unter anderem am Flughafen Bali für Inlands- und Auslandsreisende. Myanmar hat ebenfalls Gesundheitskontrollen am Flughafen Rangun eingeführt und informiert Reisende über Hygienemaßnahmen.
Kambodscha verzichtet bislang auf konkrete Kontrollen an Flughäfen, hat jedoch eine landesweite Gesundheitsdirektive veröffentlicht, die zur erhöhten Aufmerksamkeit bei Symptomen aufruft.
Reisenden wird empfohlen, sich vor Abflug über die jeweils geltenden Einreise- und Gesundheitsbestimmungen zu informieren und bei Krankheitssymptomen ärztlichen Rat einzuholen.


