Tourismuskongress Antalya: „Charter statt Kampfflugzeuge“

Der massive Buchungsrückgang für die Türkei war das dominierende Thema des vierten Tourismuskongresses der türkischen Reisebüros in Antalya. Wie stark das Geschäft zurückging, zeigen die jüngsten Zahlen des Backoffice-Spezialisten Ziel: Demnach brachen die Neubuchungen der Reisebüros im März im Vergleich zum Vorjahr um 44 Prozent ein.

Türkische Flagge auf einem Boot im Vordergrund, dahinter eine ruhige Meeresbucht mit Küste, Hügeln und Bergen unter klarem Himmel.
Die türkischen Touristenziele liegen weit weg vom Kriegsschauplätzen in Nahost. Dennoch zögern viele Deutsche, Urlaub in Antalya & Co zu machen. Foto: mg

„Wir sollten über Charter sprechen, nicht über Kampfflugzeuge. Über Kreuzfahrtschiffe in unseren Häfen – nicht über militärische Entwicklungen. Und über steigende Frühbucherzahlen“, lauteten die zentralen Botschaften von Firuz Baglikaya, Präsident des türkischen Reiseverbandes Türsab. Und in der Tat: Die Nachricht über den aktuellen, wenn auch fragilen, Waffenstillstand zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten sorgten für neuen Mut in Antalya. Denn sie sei nicht nur ein politisches Signal, sondern „ein Wendepunkt für das Vertrauen in den internationalen Tourismus“ hofft Firuz Baglikaya.

Urlauber legen Wert auf Sicherheit  

„Gerade europäische Gäste legen größten Wert auf Sicherheit. Dieses Vertrauen ist die Grundlage jeder Reiseentscheidung“, betont der Türsab-Chef. Er sei „überzeugt davon, dass sich die Situation sehr schnell wieder normalisieren wird.“

In einer Welt zunehmender Spannungen sieht Baglikaya den Tourismus in einer besonderen Rolle: „Während an vielen Orten neue Mauern entstehen, baut der Tourismus Brücken. Er ist eines der stärksten Instrumente gegen globale Unsicherheit.“

Reisebüros als „Architekten der Nachfrage“

Porträt eines Mannes im dunkelblauen Anzug mit weißem Hemd, schwarzer Krawatte und Einstecktuch vor hellem Hintergrund

Türsab-Präsident Firuz Baglikaya: „Reisebüros stabilisieren Märkte.“ Foto: Türsab

Besonders deutlich wurde der Türsab-Präsident während seines Auftritts in Antalya mit Blick auf die Rolle der Reisebüros: Sie seien nicht nur gute Verkäufer. „Reisebüros sind die Architekten der Nachfrage“, so Baglikaya. Gerade in Krisenzeiten würden sie eine Schlüsselrolle übernehmen, Märkte stabilisieren, Orientierung geben und Vertrauen schaffen: „In jeder Krise waren es die Reisebüros, die die Erholung eingeleitet haben – und oft auch andere Branchen mitgezogen haben.“

Baglikaya fordert nun klare Maßnahmen zur Stärkung der Branche. „Unsere Agenturen müssen stärker, flexibler und wettbewerbsfähiger werden. Dafür brauchen wir gezielte und funktionierende Unterstützungsmechanismen“, lautet sein Appell an die Politik. Denn ein stabiler Reisevertrieb sei die Grundlage eines funktionierenden Tourismus.

„Wenn wir die Reisebüros stärken, sichern wir die Kontinuität der Touristenströme – und damit auch Wirtschaft, Beschäftigung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.“