Karibik:  Deutsche Urlauber zieht es stärker gen Westen

Die Karibik bleibt auf Wachstumskurs – sowohl im Kreuzfahrtgeschäft als auch im klassischen Badeurlaub. Im Veranstaltergeschäft profitiert besonders die Dominikanische Republik von steigenden Buchungszahlen aus Deutschland. Nach Angaben des Fremdenverkehrsamts lagen die Besucherzahlen im ersten Quartal 20 Prozent über Vorjahr. Einer der Gründe ist sicherlich das Live-Event „Dertour Campus Live Bienvenido“, bei dem der Großveranstalter im vergangenen November rund 140 Reiseprofis schulte.

Eine Person sitzt auf einem Baumstamm am Strand und blickt auf das Meer, während Boote im Wasser schwimmen und Wolken am Himmel sichtbar sind.
Das „Dertour Campus Live Bienvenido“ ­
beschert der Dominikanischen Republik steigende Besucherzahlen aus Deutschland. Foto: David Vasicek /pix123

Dementsprechend lief auch schon die Wintersaison gut: Dertour meldet ein Gästeplus von rund 20 Prozent für den Wintersaison. Alltours spricht von einer „sehr positiven Nachfrage“, TUI von einem „spürbaren Endspurt in der Nachfrage“ zum Saisonende.

Ein weiterer Grund für den Zuwachs ist, dass viele Fernreisende wegen eingeschränkter Umsteigeverbindungen nach Asien nun verstärkt Ziele in der westlichen Hemisphäre buchen. Entsprechend erhöhen Condor und Discover Airlines ihre Kapazitäten vor allem nach Cancun und Punta Cana aber auch nach Jamaika.

Neue Impulse von kleineren Inseln

„Unsere Sitzplatzkapazität wächst im Sommer um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, freut sich Petra Cruz vom Dominican Republic Tourism Board Germany. Klar ist außerdem, dass Discover Airlines im Winter die Frequenzen ab Frankfurt und München weiter ausbauen wird.

Neue Impulse kommen zudem von kleineren Inseln wie Saint Lucia. Die Destination setzt verstärkt auf Community Tourismus. Urlauber können dort etwa Kochkurse oder Besuche bei Rastafari-Gemeinschaften buchen. „Wir unterstützen Einheimische mit guten Ideen bei ihrem Vorhaben“, erklärt Louis Lewis, CEO der Saint Lucia Tourism Authority.

Parallel baut die Insel ihr Hotel- und Flugangebot aus. Von Juni bis November gibt es zudem mit dem Programm „Saint Lucia Advisor Months“ vergünstigte Pep-Raten und Produkttrainings.

Kreuzfahrt-Vielfalt in der Karibik

Saint Lucia ist auch ein etabliertes Ziel für Kreuzfahrtschiffe und wird von zahlreichen Reedereien regelmäßig angelaufen. Allgemein entfielen laut Cruise Lines International Association (CLIA) im vergangenen Jahr 44 Prozent aller Kreuzfahrtreisen weltweit auf die Karibik und den Golf von Mexiko. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Plus von gut acht Prozent.

Vor allem im Winter ist die Karibik von deutschen Gästen sehr gefragt. Dementsprechend reagieren die Reedereien mit zusätzlichen Kapazitäten und neuen Angeboten.

So verlegt MSC Cruises im Winter 2026/2027 die MSC World Europa in die Region. Das Schiff ersetzt dort die kleinere MSC Seaview und fährt von November bis April ein- und zweiwöchige Reisen ab Fort-de-France, Pointe-à-Pitre oder Bridgetown. Passend dazu bietet MSC Vollcharterflüge mit Condor ab Frankfurt an.

Im Luxussegment setzt Oceania Cruises auf längere Feiertagsreisen. Die Allura startet Ende Dezember 2026 zu einer 17-tägigen Karibikroute ab Miami mit Zielen in Mexiko, Belize und der östlichen Karibik.

Langzeit-Kreuzfahrten werden wichtiger

Für den deutschen Markt gewinnen zudem Langzeitreisen ab heimischen Häfen an Bedeutung. TUI Cruises schickt die Mein Schiff 3 ab Bremerhaven für 35 Nächte in die Karibik, Aida bietet mit der Aida Luna eine 43-tägige Tour ab Hamburg an.

Mehr über die Karibik und Lateinamerika lesen Sie in der neuen touristik aktuell 10/2026, die diese Woche erschienen ist, oder im E-Paper.