USA: Was bei der Einreise aktuell gilt

Die Debatte über schärfere Einreisekontrollen in den USA sorgt derzeit bei vielen Reisenden aus Deutschland für Verunsicherung. Nach Einschätzung von A3M Global Monitoring ist die Lage für deutsche Urlauber aber weniger dramatisch als manche Schlagzeilen vermuten lassen. „Für deutsche Staatsbürger ist das Risiko insgesamt sehr gering. Die überwiegende Mehrheit der Einreisen in die USA verläuft ohne Komplikationen“, sagt Travel-Security-Analystin Katrin Roosens.

An den grundlegenden Voraussetzungen hat sich vorerst wenig geändert: Wer visumfrei in die USA reisen will, braucht weiterhin einen gültigen biometrischen Reisepass und eine spätestens 72 Stunden vor Abflug genehmigte Esta-Genehmigung. Wichtig ist außerdem, mögliche Ausschlussgründe vorab zu prüfen – etwa frühere Kuba-Aufenthalte seit dem 12. Januar 2021, die eine Einreise mit Esta ausschließen können.

Geplante Änderungen noch nicht in Kraft

Für neue Unruhe sorgen vor allem Berichte über mögliche zusätzliche Datenerhebungen. Über entsprechende Pläne, wonach Reisende künftig womöglich auch Social-Media-Aktivitäten offenlegen sollen, wurde bereits berichtet. Nach Darstellung von A3M betreffen intensivere Kontrollen derzeit aber nur einen kleinen Teil der Einreisenden.

Zu einer vertieften Kontrolle, der sogenannten Secondary Inspection, komme es in der Regel nur bei Auffälligkeiten – etwa bei widersprüchlichen Angaben, unklarem Reisezweck oder Hinweisen auf eine unerlaubte Erwerbstätigkeit. „Ein einzelnes Like oder eine kritische Meinungsäußerung führt in der Regel nicht zu Problemen“, so Roosens. „Entscheidend ist, dass keine Zweifel am Reisezweck oder an der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts entstehen. Widersprüche zwischen Social Media, Esta-Antrag und Aussagen bei der Einreise können kritisch werden.“

Auch rechtlich ist die Diskussion bislang eher eine Frage des persönlichen Reiserisikos als ein generelles Reisehemmnis. So verweist touristik aktuell unter Berufung auf Reiserechtler Ernst Führich darauf, dass mögliche Verschärfungen bei der US-Einreise für sich genommen kein Grund für eine kostenlose Stornierung seien.

Für Reisende heißt das vor allem: ruhig bleiben, Unterlagen sauber vorbereiten und bei der Einreise präzise und sachlich antworten. Größere Änderungen beim Esta-Verfahren werden laut A3M frühestens ab Mitte 2026 erwartet – beschlossen sind sie bislang nicht. „Auch im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sehen wir derzeit keine grundlegende Verschärfung“, so Roosens.